Dr. med. Catarina Stosiek und Dr. med. Alexander Kröber
Mit sportlicher Betätigung setzen Krebspatienten heute ein starkes Lebenszeichen und gehen selbstbestimmt und aktiv gegen ihre Krankheit an. Fachleute und genesene Patienten berichten vom positiven Einfluss, den Bewegung und sportliche Aktivität auf Körper und Seele hat. Die Fachärzte der Schwerpunktpraxis und Tagesklinik für Hämatologie und Onkologie in Regensburg helfen Patienten, den passenden Sport zu finden.
Bewegung und Sport helfen erwiesenermaßen Krebserkrankungen vorzubeugen und zu vermeiden. Im Falle einer Erkrankung verbessert Aktivität die Prognose, mindert Nebenwirkungen der Therapie und senkt die Gefahr eines Rückfalls. Ganz allgemein steigt dabei das allgemeine Wohlbefinden von Tumorpatienten. Insbesondere Patienten, die von der Krankheit aus ihrem beruflichen oder leistungsorientierten Umfeld gerissen wurden und die sich aus vielerlei Gründen isoliert fühlen, finden bei gemeinsamen Übungen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Daher besitzt der Sport in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten einen hohen Stellenwert. Viele fühlen sich mit der seelischen Belastung durch die Krankheit nicht mehr so allein. Momentane Schwäche ist kein Einzelfall, kein Grund zur Scham und kann mit zunehmender Genesung wieder überwunden werden.
Um Tumorpatienten und Patienten nach erfolgreicher Behandlung den Zugang zu einem individuell passenden, strukturierten Bewegungsprogramm zu ermöglichen, das außerdem hohe Qualitätsstandards erfüllt, haben Fachleute aus Regensburg und der Region vor über zehn Jahren den Qualitätszirkel „Krebs und Sport“ ins Leben gerufen. Das flächendeckende Netzwerk mit maßgeschneiderten Angeboten ist für Betroffene aus Stadt und Landkreis gut erreichbar. Koordiniert wird der Qualitätszirkel „Krebs und Sport“ unter anderem vom Tumorzentrum Regensburg, der Sporthochschule Regensburg, der Schwerpunktpraxis und Tagesklinik für Hämatologie und Onkologie, von Psychoonkologen, ortsansässigen Sporttherapeuten und der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Regensburg.
Die Teilnahme am onkologischen Rehasport wird Krebspatienten von ihrem behandelnden Arzt verordnet und meist von den Krankenkassen mitfinanziert. In ausführlichen Gesprächen ermittelt der ausgebildete Sporttherapeut das individuelle Leistungsfenster des Patienten. Dabei wird jedes körperliche Defizit einbezogen, denn nicht jeder Sport ist für jeden gleich gut geeignet. Gleichzeitig wird der Patient ermutigt, sich ernsthaft auf die sportliche Aktivität einzulassen. Die Bewegung fördert die Sauerstoffaufnahme und stärkt das Herz-Kreislauf-System sowie die Muskeln – was sich positiv auf die körperliche Gesamtverfassung und damit unmittelbar auf die Lebensqualität auswirkt.
Nach der Bestandsaufnahme suchen Therapeut und Patient gemeinsam ein passendes Angebot aus. Je nach Verfassung reicht das von Hockergymnastik über Yoga, von sportorientierten Ausflügen oder Wanderungen bis zu Ausdauersport. Auch wer sich nicht in der Lage fühlt, an Gruppenaktivitäten teilzunehmen, wird nicht alleine gelassen. Er erhält einen individuellen Trainingsplan für zu Hause. Dabei kann auch sportliche Betätigung bei der Hausarbeit oder im Garten berücksichtig werden. Jede Art von Aktivität kann heilsam sein. Wer fit genug ist, um im Garten Beete umzugraben, darf dies tun. Der Erfolg und das unmittelbar sichtbare Ergebnis motivieren. Denn egal welcher Bewegungsart Patienten sich zuwenden: Es sollte Spaß machen! So fällt das Durchhalten leichter.
Die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen haben kollektiv Vereinbarungen für Vertragsärzte getroffen. Darüber hinaus hat die Schwerpunktpraxis und Tagesklinik für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Palliativmedizin auch Selektivverträge nach § 140 SGB V für die Integrierte Versorgung ihrer Patienten abgeschlossen. Diese profitieren von bevorzugter Terminvergabe, finanziellen Vorteilen und zusätzlichen Leistungen auf Kosten der Krankenkasse.
Eine allgemein ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn senkt das Krebsrisiko. Ganz allgemein gilt das auch während der Krebstherapie. Doch je nach aktuellem Gesundheitszustand und Krebsart unterscheiden sich die Bedürfnisse der Patienten. Manche müssen versuchen, ihr Gewicht zu halten. Andere sollten Übergewicht reduzieren. Ein Mangel an Nährstoffen sollte gerade jetzt ausgeglichen werden und nicht neu entstehen. Auch Nahrungsergänzungsmittel sollten nur in Absprache mit Arzt, Ärztin und Ernährungsexperten eingenommen werden und müssen zur Therapie passen.
Eine spezialisierte Ernährungsberaterin gibt Patienten in der Schwerpunktpraxis und Tagesklinik für Hämatologie und Onkologie individuell zugeschnittene Tipps, wie sie mit Hilfe der Ernährung bei Kräften bleiben, ihre Lebenserwartung erhöhen und mit bewusstem Genuss auch ein Stück Lebensfreude erhalten. Im Kampf gegen den Krebs zählt häufig jedes Kilo, doch nicht jede kalorienreiche Mahlzeit tut gut. Es gilt, den Körper genauso wie die Psyche zu unterstützen. Die Ernährungsberatung kann allgemein und individuell Tipps geben, sich zu motivieren und Wege zu finden, bei Problemen im Verdauungstrakt gerne und genussvoll zu essen.
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