Geldwerte Vorteile können für Arbeitnehmer lukrativer sein als eine Gehaltserhöhung
Gehaltsoptimierung – Mehr Netto vom Brutto

Wer eine Gehaltserhöhung bekommt, freut sich zumeist erst einmal. Doch wenn von mehr Brutto plötzlich weniger Netto übrig bleibt, ist die Enttäuschung groß. Was ist passiert? Mit dem höheren ausgezahlten Betrag zulasten des Arbeitgebers ist der Arbeitnehmer auch in einen höheren Steuersatz gerutscht. Man nennt dieses Phänomen die „Kalte Progression“. Dies kann im Extremfall schon bei einem Euro mehr der Fall sein. Doch auch, wenn dies nicht der Fall ist, bleibt allzu oft viel weniger Netto auf dem Konto, als aufgrund der Gehaltserhöhung erhofft wurde. Oftmals ist es dann sinnvoll, anstatt einer finanziellen Aufbesserung sogenannte „Geldwerte Vorteile“ mit dem Arbeitgeber zu verhandeln. Hier kommen diverse Möglichkeiten in Betracht, die den Mitarbeiter entlasten und zur Optimierung seines Gehalts beitragen. Auch können Zusatzleistungen wie ein Firmenhandy oder regelmäßige Firmenfeiern den Zusammenhalt stärken und die Mitarbeiterbindung fördern.  

Erholungsbeihilfe und Altersversorgung

Eine Möglichkeit besteht in der Zahlung einer Erholungsbeihilfe, wenn der Arbeitnehmer in den Urlaub geht. Dabei übernimmt der Arbeitgeber die Abgaben im Rahmen der pauschalen Steuer von 25 Prozent und kann für den Arbeitnehmer in 2019 bis zu 156 Euro, für den Ehepartner bis zu 104 Euro und für jedes Kind bis zu 52 Euro pro Jahr auszahlen. 

Auch die betriebliche Altersversorgung für Arbeitnehmer führt schon länger kein Schattendasein mehr und ist auch für kleine Firmen und Praxen leicht umsetzbar. Unter diesen Sammelbegriff fallen alle finanziellen Leistungen zur Altersversorgung, Versorgung von Hinterbliebenen bei Tod oder zur Invaliditätsversorgung bei Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit. Dies wird beispielsweise im Rahmen einer Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder einer Direktversicherung umgesetzt. 

Gesundheitsförderung durch den Arbeitgeber

Betriebe profitieren von der Gesundheit ihrer Arbeitnehmer. Deshalb hat der Gesetzgeber in 2019 500 Euro für Gesundheitsfördermaßnahmen für einen Angestellten steuerfrei gestellt. Förderungsfähige Gesundheitsmaßnahmen müssen im Leitfaden Prävention der Spitzenverbände der Krankenkassen enthalten sein. Dazu zählen Kurse zur gesunden Ernährung, zur Stressbewältigung oder auch Rückengymnastik. Nicht steuerfrei hingegen sind Zuzahlungen zu Sportvereinen oder Fitnessstudios. 

Bescheinigt ein Mediziner im Sinne der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge einem Mitarbeiter eine spezielle Brille für den Bildschirmarbeitsplatz und übernimmt der Arbeitgeber die Kosten dafür, stellt die Kostenübernahme keinen lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn dar. 

Fahrtkosten, Gutscheine und Kinderbetreuung 

Der Arbeitgeber kann zum Beispiel auch Pendelkosten des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte übernehmen, Mitarbeitercards und Gutscheine bis zu einer Höhe von 44 Euro pro Monat ausgeben, Sachzuwendungen bei Geburtstagen oder Jubiläen bis zu 60 Euro tätigen und Fortbildungskosten übernehmen. 

Die Kosten für die Kinderkrippe oder den Kindergarten können an den Arbeitnehmer ebenfalls steuerfrei ausbezahlt werden und unterstützen so gerade Eltern mit Kindern. 

Firmenfeiern, Smartphones und Tablets

Übliche Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer im Rahmen von Betriebsveranstaltungen sind steuerfrei, wenn sie einen Betrag von 110 Euro nicht übersteigen. Der Freibetrag gilt je Betriebsveranstaltung bis zu maximal zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr. Beispiele sind unter anderem Weihnachtsfeiern, Jubiläumsfeiern und Betriebsausflüge.

Neben diesen gängigen Methoden der Mitarbeiterbindung an den Betrieb gibt es jedoch auch einige weniger bekannte Möglichkeiten, damit Arbeitnehmer mehr Netto vom Brutto erhalten. Firmen-Smartphones, Firmen-Tablets und Co. sind steuerfrei, auch wenn sie privat genutzt werden, sofern sie dem Arbeitgeber gehören. Dieser sollte allerdings die Überlassung begründen können und eine entsprechende Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer abschließen.

Bild: eyetronic – stock.adobe.com.com



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