Von Dr. med. Gerd Ebert, HNO-Facharzt
Schwindel – Wenn sich die Welt zu drehen scheint

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Der Boden unter den Füßen schwankt, die Umwelt dreht sich, ein Gefühl von Haltlosigkeit und Unsicherheit durchzieht den Körper. Schwindel äußert sich in vielfältiger Weise und hat die unterschiedlichsten Ursachen. Jeder Betroffene leidet unter dem gleichen Problem: einem erheblichen Verlust der Lebensqualität. Doch es gibt vielversprechende Methoden der Diagnostik – und der Therapie. Rund jeder Zehnte ist im Laufe seines Lebens von Schwindel betroffen. Während sich die einen benommen und unsicher fühlen, empfinden es die anderen so, als würde sich die Umgebung um sie herumdrehen. Wieder andere sind benommen, taumelig oder beschreiben, dass der Schwindel anfallsartig auftritt. Legt sich der Schwindel nicht wieder und geht mit folgenden Symptomen einher, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden: Übelkeit, Kopf- oder Ohrenschmerzen, akustischen Ausfällen, Benommenheit, Ohnmachtsgefühl und Atemnot.

So entsteht Schwindel

Um im Gleichgewicht zu bleiben, sind im menschlichen Organismus präzise aufeinander abgestimmte Sinnessysteme entscheidend. Das vestibuläre System ist das Gleichgewichtssystem. Es verbindet sowohl das Gleichgewichtsorgan im Innenohr sowie den Gleichgewichtsnerv und die Nervenbahnen im Gehirn. Ergänzt wird dieses System durch die Informationen, die von den Augen verarbeitet werden, sowie die Reize des Tast- und Tiefsinnes, die sich an der Haut, den Gelenken, den Muskeln und an den Sehnen befinden. Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Schwindel nimmt das Gehirn ein. Es ist die Schaltzentrale für alle Wahrnehmungen, verarbeitet Informationen und setzt diese so um, dass alle Bewegungen, Reaktionen und Körperfunktionen koordiniert und letztendlich ausgeführt werden. Sind eines oder mehrere dieser Sinnessysteme gestört, reagiert der Körper mit Gleichgewichtsstörungen und Schwindel in unterschiedlichsten Ausprägungen.

Formen des Schwindels

Die Medizin unterscheidet zwischen unterschiedlichen Formen des Schwindels. Beim Drehschwindel beklagen Betroffene, dass sich ihre Umwelt um sie herum dreht. Beim Schwankschwindel haben Patienten den Eindruck, dass sie schwanken. Der sogenannte Liftschwindel zeichnet sich dadurch aus, dass betroffene Personen das Gefühl verspüren, nach unten oder oben gezogen zu werden – ähnlich wie in einem Aufzug. Diese Arten des Schwindels werden auch systematischer Schwindel genannt. Setzt sich der Schwindel langfristig fest, spricht man von chronischem Schwindel.

Posturographie

Ein ausführliches Arztgespräch, in dem der Patient die Beschwerden, mögliche Vorerkrankungen und die persönlichen Lebensumstände schildert, gibt dem Mediziner erste Hinweise auf die Form Schwindels. Bestimmte Schwindelformen wie Drehschwindel erkennen HNO-Ärzte unter anderem an ruckartigen Augenbewegungen des Patienten. Je nach Richtung der Bewegung kann der Mediziner in manchen Fällen daraus schließen, ob die Ursache des Schwindels direkt im Gleichgewichtsorgan oder am Gleichgewichtsnerv zu suchen ist oder ob bestimmte Nervenbahnen im Gehirn betroffen sind.

Eine effektive Methode, um Störungen im Gleichgewichtssystem des Patienten zu überprüfen, ist die Posturographie. Die Gleichgewichtsanalyse ist ein Verfahren zur Ermittlung der Funktionsfähigkeit der Gleichgewichtsregulation unter Belastung der unteren Extremitäten. Die Untersuchung, die für den Patienten risikolos ist, dauert rund 20 Minuten. Die von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen betroffene Person stellt sich auf eine spezielle Messplattform, die mittels Kraftsensoren die Gleichgewichtsverlagerungen ermittelt und dokumentiert. Im Zentrum der Untersuchung steht der Schwerpunkt sowie das Schwingungsverhalten des Körpers und die Lastverteilung über die Füße. Die individuellen Ergebnisse dienen als Indikator für die Bereiche Balance, Symmetrie des Körpers und die Stabilität.

Therapeutische Ansätze

Aufgrund der zahlreichen Ausprägungsformen von Schwindel gibt es keine Universal-Behandlung. Die Therapie muss auf jeden Patienten gezielt abgestimmt werden. Oft steht dieser eine symptomatische Therapie vor, um das akute Leiden der Patienten zu lindern. Während der anschließenden Dauertherapie werden spezielle Medikamente verabreicht. Etwa Antibiotika bei entzündungsbedingtem Schwindel, durchblutungsfördernde Medikamente oder Kortison. Experten raten dringend zu einem begleitenden Gleichgewichtstraining. Dies soll das Gleichgewichtssystem stärken und notwendige Heilungsprozesse unterstützen. Denn: Da das Gleichgewichtssystem lernfähig ist, kann es durch gezielte Übungen positiv konditioniert werden.



HNO Praxis Dr. Ebert und Kollegen

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