Wie Urologen mit moderner Lasertechnik erfolgreich Harnsteine bekämpfen
Licht besiegt Steine

Bild: LuckyStep - stock.adobe.com

Wie war das nochmal mit dem alten Kinderspiel? Schere schneidet Papier, Stein schlägt Schere und so weiter. In der Urologie heißt es heute: "Licht schneidet Stein". Einige Fakten rund um moderne Harnsteinbehandlung:

Wie kommt es zu sogenannten "Harnsteinen" und wer ist davon betroffen?

Leider sind Harnsteine ein Volksleiden - viele Menschen in den Industrieländern sind daran erkrankt, in Deutschland schätzungsweise jeder Achte bis Zehnte! Dabei kann das Leiden über lange Zeit unbemerkt bleiben. Unsere Ernährung und oft auch unser Bewegungsmangel begünstigen die Entstehung von Mineralien in einem bestimmten Abschnitt unserer beiden Nieren - den sogenannten Nierenkelchen. Erreichen die winzigen Mineralien eine bestimmte Größe bzw. Menge, können sie zu Steinen "verklumpen". Diese sind nicht fest am Nierengewebe anhaftend, sondern können mit dem produzierten Urin Richtung Ausgang transportiert werden - also über das Nierenbecken durch den Harnleiter (dem Transportschlauch für Urin) bis zur Blase.

Dieser Abtransport gelingt bei feinsten Kristallen noch unproblematisch mit dem flüssigen Urin, der Betroffene merkt nichts davon. Ab einer Größe von fünf Millimetern wird es jedoch kritisch - schließlich misst der Muskelschlauch des Harnleiters nur wenige Millimeter und wird an mehreren Stellen in seinem Verlauf noch schmaler. Dann ist das Unglück passiert: Der Stein hängt fest.

Spätestens jetzt wird aus dem vermeintlich Gesunden ein Patient. Als akuter Notfall landet er beim Urologen: Eine sogenannte Nierenstein-Kolik verursacht bei dem Betroffenen stärkste Schmerzen - ähnlich Geburtswehen - im Rücken und Flankenbereich, oft auch Kreislaufprobleme, Schwindel und Schweißausbrüche, Übelkeit oder Erbrechen, oft verbunden mit großer Unruhe. Der festsitzende Stein muss aus dem Harntrakt entfernt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass durch die Blockade die Niere langfristig so geschädigt wird, dass das Organ abstirbt - schließlich produziert es weiter Urin, der nicht abfließen kann und sich in der Niere anstaut.

Harnstein entfernen ohne Operation, ohne Narben oder Entfernung von Organen

Der festsitzende Harnstein muss schnellstmöglich entfernt werden. Welche Methode die richtige für den betroffenen Patienten ist, hängt davon ab, wie groß der Stein ist, aus welchen Kristallen er sich zusammensetzt und wo im Harntrakt er sich festgesetzt hat. Um dies besser beurteilen zu können, macht der Urologe zunächst Aufnahmen mittels Ultraschall (Wieviel Urin hat sich zwischenzeitlich in der Niere gesammelt? Wie gedehnt ist das Organ?) und Röntgen. Die meisten Steine sind so fest wie Kalk und daher kann man sie auf dem Röntgenbild erkennen - Größe, Dichte und Ort sind so bestimmbar.

Eine Eingriffsmöglichkeit ist die sogenannte ESWL (extrakorporale Stoßwellen-Therapie). Mit Ultraschall-Wellen, die durch die Haut auf den Stein gebündelt werden, wird dieser in mehrere "Krümel" zerstoßen wie mit einem unsichtbaren Pressluft-Hammer. Oft reicht diese Behandlung aus, denn die kleinen Fragmente können mit dem Urin über die Harnblase ausgeschwemmt werden. Bleiben allerdings größere Teilstücke zurück, muss die Behandlung wiederholt werden.

Einen ganz anderen Ansatz bietet die moderne Lasertechnik, die nicht nur in der Augenheilkunde, sondern auch in der Urologie vielversprechende und erfolgreiche Anwendung findet. Auch in diesem Fall entstehen dem Patienten keine Schnitte oder Narben, allerdings wird die Behandlung in Narkose durchgeführt. Sie dauert rund 30 bis 60 Minuten, ist äußerst gewebeschonend und risikoarm für den Betroffenen.

Wie geht es nun weiter? Und können die Steine wiederkommen?

Diese Fragen stellen sich Betroffene häufig, vor allem die Angst vor erneuten Harnsteinen ist groß - die damit verbundenen Schmerzen bleiben noch lange in Erinnerung. Damit sich die strapazierten Organe wie Niere und Harnleiter erst einmal erholen können, wird häufig am Ende der urologischen Behandlung eine sogenannte Schiene in den Harntrakt eingelegt - ein Plastikröhrchen, das den Urin von der Niere zur Blase leitet - quasi ein "Schlauch im Schlauch". Dies verhindert, dass der Harn sich erneut staut, weil der Harnleiter nach der Behandlung etwas geschwollen ist.

Ist die Schiene vom Urologen entfernt, kann der Patient selbst vorbeugend tätig werden. Man muss wissen, welche Lebensweise die Entstehung von Harnsteinen fördert - um sich dann anders zu verhalten. Viele Faktoren tragen zur Bildung von Harnsteinen bei - die wichtigsten sind Übergewicht, Bewegungsmangel und fleischreiche, beziehungsweise ballaststoffarme Kost. Detaillierte Empfehlungen und ausführliche Beratung erhalten Sie natürlich bei Ihrem behandelnden Urologen - damit Sie nicht wieder als Notfall ins Krankenhaus müssen!



Urologische Gemeinschaftspraxis Dr. (Univ. Florenz) H. Weidacher, M. Brandl, Dr. med. M. Fichtlscherer, (MBA) Dr. med. A. Weinbuch

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