Von Tierärztin Petra Muth
Herzkrankheiten bei Hund und Katze

Herzkreislauferkrankungen treten nicht nur bei Menschen auf, sondern können auch unsere Haustiere treffen. Frühzeitig erkannt und diagnostiziert, können diese Krankheiten meist gut therapiert werden. Bei Verdacht ist es unerlässlich, einen Tierarzt zu kontaktieren, der versiert in Untersuchungen auf kardiologische Problemstellungen beim Tier ist. Es gibt Herzerkrankungen, die von Geburt an vorhanden sind (zum Beispiel Herzklappendefekte oder Löcher in der Herzkammerscheidewand) und erworbene Herzerkrankungen, die sich erst im Lauf des Lebens entwickeln (zum Beispiel Herzklappenendokardiosen, Herzmuskelschädigungen).

Es hat sich gezeigt, dass bestimmte Hunde- und Katzenrassen oft genetisch dispositioniert sind, an Herzkreislauferkrankungen zu leiden. Als Beispiele seien hier nur große Hunderassen, wie Neufundländer oder Landseer, genannt. Doch auch kleinere Hunderassen leiden oft im höheren Alter an Veränderungen der Herzklappen. Katzenrassen wie Maine Coon oder Perser tragen ebenfalls ein höheres genetisches Risiko für Herzkreislaufprobleme. Doch auch bei unseren normalen Hauskatzen finden wir häufig im höheren Alter solche Diagnosestellungen.

Leitsymptome von kardiologischen Problemen

Herzkreislaufprobleme bei einem jungen Tier erkennen wir im optimalen Fall schon früh bei einer Vorsorgeuntersuchung – oft schon beim Abhören mit dem Stethoskop. Ist so ein Problem angeboren, kann den Tieren mit der geeigneten Behandlung oft ein langes Leben geboten werden. Hier stehen moderne Medikamente zur Therapie, aber auch chirurgische Maßnahmen zur Verfügung. Leitsymptome eines Herzkreislaufproblems bei Hund oder Katze sind – ähnlich wie beim Menschen – oft Schwäche und Atemnot, was sich durch erhöhte Atemfrequenz beim Hund oder bei der Katze zeigt. Doch auch allgemeinere Symptome wie mangelnder Appetit können auftreten. Im schweren Stadium verfärben sich Zunge und Schleimhaut oft blau und sogar eine plötzliche Blindheit kann auftreten.

Diagnostikverfahren bei Hund und Katze

Bei der Blutdruckmessung weist oft eine Hypertonie auf eine Herzkrankheit hin. Hoher Blutdruck kann durch eine Manschette um Bein oder Schwanz festgestellt werden. Beim gesunden Hund sollte der Blutdruck etwa um 135 mm Hg betragen, bei der Katze sollte der systolische Wert nicht über 160 mm Hg liegen. Wir wissen aus der Humanmedizin, dass Hypertonie beim Arzt oft eine Stress-Reaktion auf die ungewohnte Umgebung beim Arzt ist. Auch unsere Haustiere leiden verstärkt unter dem sogenannten Weißkittelsyndrom. Deshalb ist es für uns Tierärzte hier notwendig, eine beruhigende Untersuchungssituation – gerade für ängstliche Tiere – zu schaffen. Hier ist Ruhe beim Besitzer und eine kleine Zeit zur Akklimatisierung im Behandlungsraum nötig. Wir nehmen hierauf Rücksicht.

Ein Röntgenbild von Herz und Lunge kann in der Regel ohne Narkose erstellt werden. Es bietet nicht nur wichtige Informationen über Herzform und Größe, es können auch das Vorhandensein eines Lungenödems oder extrakardiale Ursachen für Erkrankungen dargestellt werden.

Eine weitere Untersuchungsmethode beim Verdacht auf Herzkreislauferkrankungen beim Hund oder der Katze ist die Herzultraschalluntersuchung. Eine sogenannte Echokardiografie ist schmerzlos für das Tier und kann in der Regel auch ohne Narkose vorgenommen werden. Die Herzultraschalluntersuchung ermöglicht die bildliche Darstellung des Herzinneren, der Herzmuskeldicke, der Herztätigkeit sowie der Richtung, Menge und Geschwindigkeit des Blutflusses.

Eine Spezialuntersuchung ist die sogenannte Doppler- Sonografie. Mit einem Schallkopf werden Ultraschallwellen einer bestimmten Frequenz ausgesendet. Treffen diese Wellen eine bewegte Fläche, werden sie mit veränderter Frequenz (Doppler-Effekt) reflektiert. Das Dopplersignal wird von entsprechend ausgerüsteten Ultraschallgeräten sowohl akustisch als auch optisch dargestellt. Aus diesen Darstellungen kann ein erfahrener Veterinär eventuelle Störungen ableiten.

Eine Ergänzung zum Abhorchen und zur Feststellung des Blutdrucks ist im Verdachtsfall die Erstellung eines Elektrokardiogramms (EKG). Die Herzaktivität wird hier grafisch dargestellt. Elektrische Herzströme können so vom Arzt auf eventuelle krankhafte Veränderungen getestet werden. Die Untersuchung erfolgt durch das Anbringen von Elektroden auf der Haut. Dies ist für das Tier schmerzlos und wird meist gut toleriert.

Möglichkeiten der Therapie

Ein aufmerksamer, verantwortungsbewusster Tierbesitzer, ein versierter Tierarzt und modernste Untersuchungsmethoden gehen Herzkreislauferkrankungen beim Haustier auf den Grund. Mit der vom Tierarzt empfohlenen medikamentösen (zum Beispiel durch Diuretika, ACE-Hemmer oder Antiarrhythmica) oder operativen Therapie können viele Folgeerkrankungen abgewendet und dem Tier somit ein beschwerdearmes, langes Leben ermöglicht werden.

Gemeinschaftspraxis für Kleintiere Dr. Ulrike Feigel und Dr. Sibylle Hofmann (7 Einträge)

 


Gemeinschaftspraxis für Kleintiere Dr. Ulrike Feigel und Dr. Sibylle Hofmann

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