Von Dr. med. Michael Otto Lange
Diabetes: für jeden Typ die maßgeschneiderte Therapie

Diabetes ist eine Krankheit, die fast jeder kennt – oder zu kennen glaubt. Die im Volksmund „Zuckerkrankheit“ genannte Stoffwechselstörung ist in ihren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten weit komplexer als allgemein bekannt. Es stimmt eben nicht, dass alle Diabetiker übergewichtig sind, zu viel Zucker essen und sich Insulin spritzen.

Tatsächlich umfasst die Bezeichnung „Diabetes mellitus“ mehrere unterschiedliche Ausprägungen eines gestörten Kohlenhydrat-Stoffwechsels. Am häufigsten und bekanntesten sind die sogenannten Diabetes-Typen 1 und 2.

Typ 1: Zu viel Blutzucker oft schon in jungen Jahren

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Typ 1 ist eine meist genetisch bedingte Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper wendet. Es zerstört die für die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse zuständigen Inselzellen. Dieser Prozess ist bislang irreversibel. Insulin ist für den Menschen lebensnotwendig. Damit die verschiedenen Gewebe Kohlenhydrate aufnehmen können, müssen Patienten mit Diabetes Typ 1 ihr Leben lang Insulin spritzen. Da die Krankheit oft bereits Kinder oder Jugendliche trifft, bedeutet das eine jahrzehntelange Behandlungsdauer – denn bei guter Blutzucker-Einstellung ist die Lebenserwartung Betroffener annähernd normal. Diabetes Typ 1 ist zwar nicht heilbar, aber man kann lernen, ein fast normales Leben zu führen.

Typ 2: der Besiegbare

Die bei weitem häufigste Diabetes-Form ist der Typ 2. Rund 90 Prozent der Diabetiker haben mit dieser Art Stoffwechselstörung zu tun, die sich immer stärker verbreitet, wie auch der Typ 1. Sie wurde lange auch „Altersdiabetes“ genannt, da sie meist erst nach dem 40. Lebensjahr zum Ausbruch kommt. Heute trifft sie vermehrt auch junge Menschen, zum Teil sogar Kinder. Im Gegensatz zu Typ 1 produziert hier der Körper zu Beginn zu viel Insulin, aber trotzdem kann vor allem Muskelgewebe immer weniger Zucker aufnehmen.
Die Folge: Er sammelt sich im Blut an, der Blutzuckerspiegel steigt. Unbehandelt kann dies u. a. zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Auch Nerven, Nieren, Augen und Füße werden geschädigt. Der sogenannte „diabetische Fuß“ ist heute die häufigste Ursache für eine Fuß-Amputation. So weit muss es nicht kommen. 

Die Therapiemöglichkeiten bei Typ 2 lassen sich zum Teil bereits aus seinen Ursachen schließen. Die Krankheit ist neben genetischer Disposition oft auf Übergewicht und  mangelnde Bewegung zurückzuführen. Seine Gene kann niemand ändern, seinen Lebensstil dagegen schon. Durch entsprechende Beratung und Schulung in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis gelingt es, oft ganz ohne Medikamente die Krankheit zu besiegen.

Die Unbekannten: Typ 3 und 4

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Dass kaum jemand Diabetes Typ 3 und 4 kennt, ist weder verwunderlich noch schlimm. Denn zum dritten Typus zählen völlig verschiedene Krankheiten, die zu einer diabetischen Stoffwechselstörung führen. Etwa Krankheiten der Bauchspeicheldrüse, Gendefekte in den Inselzellen oder andere Hormonstörungen, die alle eine untergeordnete Rolle in der Diabetologie spielen – deren Behandlung aber gerade deshalb den erfahrenen Diabetologen fordert. Typ 4 ist besser bekannt unter den Namen Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes (GDM) und betrifft somit ausschließlich Frauen. Diese Krankheit gehört zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Daher rate ich allen werdenden  Müttern, einen oralen Glukosetoleranztest vornehmen zu lassen. Besonders ältere, übergewichtige, oder familiär vorbelastete Schwangere sind gefährdet. Nach der Geburt verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes jedoch meist ganz von allein. 

Für alle Typen von Diabetes gilt: Gesunde Ernährung und Bewegung helfen. Selbst bei Typ 1 lässt sich durch regelmäßige körperliche Aktivität nachweislich der Stoffwechsel verbessern!



Dr. med. Michael Lange – Facharzt für Innere Medizin Diabetologe DDG

Dr. med. Michael Lange – Facharzt für Innere Medizin Diabetologe DDG

Beschreibung

  • Diabetologie
  • Intensivierte Insulintherapie
  • LINDA-Diabetes-Selbstmanagement
  • Hypoglykämie-Wahrnehmungstraining (BGAT)


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