von Dr. med. Nina Beij
Neun Monate, wie keine andere Zeit im Leben

Vorfreude und Sicherheit: Die Schwangerschaft als neue Ära genießen

Die Schwangerschaft und ein Kind auf die Welt zu bringen, hat heutzutage einen ganz anderen Stellenwert als früher. Viel mehr wird von Paaren zuvor abgewogen, geplant und mit Bedacht ausgesucht. Beruf, Partnerschaft und Selbstverwirklichung stehen oft auf gleicher Prioritätsebene, wie der Wunsch eine Familie zu gründen. Entsprechend steigt das Durchschnittsalter unserer schwangeren Patientinnen und mit ihm die Risiken. Aber auch wer sich in jüngeren Jahren für ein Baby entscheidet, hat heutzutage besondere Ansprüche an die Vorsorge und an die optimale Vorbereitung auf diesen wichtigen, spannenden Lebensabschnitt.

Vorbereitung

Schon bei der Planung einer Schwangerschaft kann ein Paar sich mit wenigen, einfachen Mitteln vorbereiten. Die Einnahme von Folsäure und Iod kann bis zu einem halben Jahr vor Eintritt der Schwangerschaft sinnvoll sein und das entstehende Leben möglicherweise vor schweren Fehlbildungen schützen. Das ist eine kostenarme und ungefährliche Maßnahme für die werdende Mutter. Der Impfstatus sollte von beiden Partnern überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden. Auf Nikotin sollten beide unbedingt möglichst lange vor der Schwangerschaft bereits verzichten, um eine optimale Einnistung und Ausbildung der Durchblutungsverhältnisse zu gewährleisten.

Es ist soweit Endlich!

Der positive Schwangerschaftstest. Doch nun gibt es auch einige Umstellungen für die werdende Mutter. Achtung: ab jetzt sollte die Schwangere unbedingt auf Alkohol verzichten! Sinnvollerweise sollte die erste Ultraschalluntersuchung erst ab der frühestens 8. Schwangerschaftswoche erfolgen, wie in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen. Hier sehen und hören wir das Herzchen des Feten schlagen und können den genauen Entbindungstermin festlegen. Zu diesem Zeitpunkt wird auch eine mögliche Mehrlingsschwangerschaft diagnostiziert.

Das 1. Trimester-Screening oder die sogenannte Nackenfaltenmessung

Zwischen der 11 + 0 und 12 + 6 Schwangerschaftswoche kann auf Wunsch der werdenden Eltern eine genaue Untersuchung des Kindes auf Chromosomenstörungen erfolgen. Diese für Kind und Mutter ungefährliche Untersuchung erlaubt eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Trisomie 21, 13 oder 18. Bei einem morphologisch gesunden Kind ist allerdings das Vorliegen einer anderweitigen, schwerwiegenden Chromosomenstörung sehr unwahrscheinlich. Weshalb die US-Untersuchung der reinen Chromosomenanalyse durch die Extraktion von kindlicher DNA aus dem Blut der Mutter auch nach wie vor überlegen ist. Diese Bluttests sind lediglich für die gleichen Trisomien (21, 13 und 18) und für die Geschlechtschromosomen validiert. Sie können als zusätzliche Ergänzung vor allem bei schlechten Ultraschallergebnissen jedoch eine sehr wertvolle Zusatzdiagnostik bieten. Nur bei hohem Risiko und in Ausnahmefällen muss auf eine invasive Diagnostik, die Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese, zurückgegriffen werden.

Wieviel will ich wissen?

Eine schwere Frage, die die werdenden Eltern oft vor eine moralisch schwere Entscheidung stellt. Jedoch geht es bei den pränataldiagnostischen Untersuchungen nicht immer zwingend um die Entscheidung, ob ein Paar ein Kind bekommen möchte oder nicht, sondern möglicherweise einfach nur um die Frage, worauf man sich einstellen muss oder wo man das Kind zur Welt bringt. Hat das Kind beispielsweise einen isolierten Herzfehler, sollte die Entbindung in einer entsprechend spezialisierten Klinik erfolgen, in der das Kind sofort optimal versorgt werden kann. Dieser Fragestellung widmet sich das zweite große Screening um die 20. Schwangerschaftswoche.

Endspurt in die Babyjahre

Im letzten Drittel der Schwangerschaft gilt unsere Aufmerksamkeit dem kontinuierlichen Wachstum des Kindes, Auffälligkeiten der Fruchtwassermenge und der Durchblutungsparameter. Eine wichtige Phase, in der auch die werdende Mutter gründlich mit überwacht wird, um gefährdende Erkrankungen der Schwangerschaft wie den Gestationsdiabetes und die Präeklampsie frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. So sollte der Moment im Kreissaal, in dem Sie Ihr Kind zum ersten Mal in die Arme schließen, zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Pränatale Diagnostik sorgt fur Sicherheit

Mit modernsten Methoden kann heute die Gesundheit des Feten noch während der Schwangerschaft untersucht werden. Bluttests bei der Mutter und Ultraschallaufnahmen des Kindes im Mutterleib können im Bedarfsfall durch invasive Diagnosemöglichkeiten gestützt werden. Die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) und die Chorionzottenbiopsie (Untersuchung von Gewebe aus dem Mutterkuchen) helfen weiter, wenn die Abklärung von unklaren Befunden nötig ist. Dies sorgt bei den werdenden Eltern für die größtmögliche Sicherheit.



Gynäkologikum – Gynäkologische Praxisgemeinschaft München

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