Von Priv.-Doz. Dr. med. Elias Volkmer
Krumme Finger wieder strecken

Priv.-Doz. Dr. med. Elias Volkmer

Ein kleines Gewebe-Knötchen wächst auf der Handinnenfläche, versteckt unter der Haut. Es tut nicht weh und verursacht auch sonst keine Probleme. Morbus Dupuytren, auch Wikinger-Krankheit genannt, beginnt völlig harmlos und ist eine sogenannte "gutartige Krankheit". Doch aus Knötchen werden Knoten und Stränge, bis die betroffenen Finger sich krümmen und nicht mehr strecken lassen. Unbehandelt bohren sich schlussendlich die eigenen Fingernägel in die Hand.
Die Ursachen dieser Wucherungen des Bindegewebes sind bisher unbekannt. Eine genetische Veranlagung ist sehr wahrscheinlich. Früher ging man davon aus, dass die Krankheit nur bei Nachkommen der Kelten auftritt, weshalb sie Wikinger-Krankheit genannt wurde. Diese These ist inzwischen widerlegt. Zwei Dinge, die den Krankheitsverlauf beschleunigen können, sind Alkohol und Nikotingenuss.

Eine typische Senioren-Krankheit

Das Gute ist: Die nach ihrem Entdecker Guillaume Dupuytren benannte Krankheit tritt meist erst ab dem 50. Lebensjahr auf und verläuft häufig sehr langsam. Es kann von den ersten Symptomen bis zur starken Finger-Krümmung 30 Jahre dauern. Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die Finger durch eine Operation wieder zu strecken, hängt vom Leidensdruck des Patienten ab. Da die Krankheit meist schmerzlos verläuft, ist die Frage: Wie sehr fühlt sich der Patient in seinem Alltag durch die dauerhaft gekrümmten Finger beeinträchtigt? Es können durch die Fehlstellung auch wunde Hautfalten entstehen, die eine Behandlung notwendig machen.

Volle Funktion durch Handchirurgie

Es ist eine große Aufgabe für den Handchirurgen, die oft mit Blutgefäßen und Sehnen verwachsenen Knoten und Stränge aus der Handfläche zu entfernen, ohne dabei gesundes Gewebe zu beschädigen. Deshalb ist es wichtig, sein Vertrauen nur versierten Handchirurgen zu schenken. Eigene Forschung und jahrelange klinische Erfahrung mit Morbus Dupuytren geben mir die nötige Sicherheit für diese komplizierte Operation. Der Eingriff lohnt sich: Im Normalfall lässt sich die Hand nach der Genesung wieder voll einsetzen.

Nachtschiene und Physiotherapie

Nach der Operation werden die Finger durch einen Verband gerade gehalten. Im Anschluss empfiehlt es sich, in der Nacht eine spezielle Schiene zu tragen, um die Gelenke und Sehnen, die sich meist der jahrelangen Krümmung angepasst haben, wieder an die normale Fingerhaltung zu gewöhnen. Um die volle Handfunktion zu erreichen, empfehle ich außerdem gezielte Physiotherapie und zusätzlich Handtraining daheim.

Priv.-Doz. Dr. med. Elias Volkmer

  • Facharzt und Privatdozent für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Diplom des European Board of Hand Surgery
  • Zusatzqualifikation Handchirurgie
  • Ab 2015 Bereichsleiter Handchirurgie und Chefarzt-Stellvertreter der Abteilung für Handchirurgie
  • Seit 2017 Leitender Arzt der Sektion Handchirurgie des Helios Klinikums München West

Priv.-Doz. Dr. med. Elias Volkmer erhielt für seine Forschungsarbeit zahlreiche internationale Auszeichnungen und Stipendien. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH), der Federation of European Societies for Surgery of the Hand (FESSH), der International Federation of Societies for Surgery of the Hand (IFSSH), der AO Foundation sowie der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA). Dr. Volkmer forscht darüber hinaus mit Leidenschaft für die perfekte Handfunktion seiner Patienten.



MHAND – Praxisklinik für Handchirurgie München

MHAND – Praxisklinik für Handchirurgie München

Beschreibung

  • Akute Verletzungen
  • Gelenkerkrankungen
  • Neuronalerkrankungen
  • Sehnenentzündungen
  • Fehlstellungen und Fehlbildungen

MHAND – Praxisklinik für Handchirurgie München

Kontakt

Am Schützeneck 8
81241 München
Telefon 089 82924488
Fax 089 82924489

Anzeige