MRT und Ultraschall für eine effektive Gewebeentnahme aus der Prostata
Mit Fusionsbiopsie den Tumor entdecken

Jährlich wird in Deutschland bei rund 60.000 Männern Prostatakrebs diagnostiziert. Dieser kann bereits ab dem 45. Lebensjahr auftreten. Die gute Nachricht ist: Der Krebs entwickelt sich im Normalfall sehr langsam und früh entdeckt lässt er sich gut behandeln. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen können somit geheilt werden.

Deswegen sollten Männer ab diesem Alter einmal jährlich zur Prostatakrebs-Vorsorge gehen. Diese Untersuchung wird von der Krankenkasse bezahlt und ist der erste Schritt zur Erkennung möglicher Tumore. Besteht nach Anamnese, Labor- und Tast-Untersuchung ein Verdacht auf Prostatakrebs, sind weitere Maßnahmen erforderlich. Hier hat die Medizin enorme Fortschritte gemacht. Zu den sichersten und effektivsten Diagnoseverfahren gehört heute die Fusionsbiopsie der Prostata.

Nachteile der Standard-Gewebeentnahmne

Bei einer Biopsie wird eine kleine Menge Gewebe der Prostata entnommen, um sie auf mögliche Krebszellen zu untersuchen. Bisher wird diese Biopsie in der Regel ultraschallgesteuert vorgenommen. Die Biopsie-Nadel wird durch den Darm eingeführt und es werden bis zu 30 Proben aus unterschiedlichen Bereichen der Pros tata entnommen. Da erkranktes Gewebe auf dem Ultraschallbild kaum zu erkennen ist, werden lediglich 40 bis 50 Prozent der Tumore bei dieser Art der Prostatabiopsie entdeckt. Außerdem besteht durch den Zugang durch den Darm trotz Antibiotikagabe ein erhöhtes Infektionsrisiko des gesunden Gewebes.

Die Fusionsbiopsie der Prostata

Auch bei der Fusionsbiopsie der Prostata wird die Gewebeentnahme durch Ultraschall gesteuert. Hier kommen jedoch noch weitere diagnostische Maßnahmen hinzu. Ein Radiologe fertigt zunächst eine MRT-Aufnahme (Magnetresonanztomografie) der Prostata an. Das auch Kernspintomografie genannte Verfahren liefert mit Hilfe eines starken Magnetfeldes völlig schmerz- und strahlenfrei detailgetreue Schnittbilder. Die Aufnahmen werden jeweils durch einen radiologischen und urologischen Facharzt bewertet. Über 85 Prozent der Tumore können auf diese Weise erkannt werden. Erkennen die begutachtenden Ärzte ein verdächtiges Areal, markieren sie diesen Bereich auf den MRT-Bildern.

In diesem Fall findet an einem weiteren Termin die Gewebeentnahme statt. Vorbereitend werden die markierten MRT-Bilder in das Ultraschallgerät eingelesen. Wenn der Patient damit untersucht wird, überlagern sich die Echtzeit-Bilder und die MRT-Aufnahmen - sie werden mit Hilfe einer speziellen Software fusioniert. Der behandelnde Urologe kann in der dreidimensionalen Ansicht am Computerbildschirm erkennen, wo genau sich der mögliche Tumor befindet und unter Ultraschallkontrolle die Biopsie-Nadel punktgenau einführen. So lässt sich gezielt Gewebe aus dem verdächtigen Bereich entnehmen.

Ein weiterer Vorteil der Fusionsbiopsie, die ambulant unter Vollnarkose vorgenommen wird, ist, dass das Gewebe nicht wie bei der gängigen Biopsie durch den Darm entnommen wird. Die Fusionsbiopsie erfolgt vielmehr minimal-invasiv durch die Haut im Dammbereich. So lassen sich postoperativ Infektionen durch Darmkeime in der Regel ausschließen.

Was passiert danach?

Nach der ca. 30-minütigen Untersuchung und einer Ruhepause von etwa einer Stunde kann der Patient den Heimweg antreten. Das entnommene Gewebematerial wird im Labor untersucht. Sollte sich herausstellen, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Abhängig vom Krankheitsstadium, dem Alter und Gesundheitszustand des Patienten gehören eine Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie zu den gängigsten Therapien.

Wenden Sie sich bei Fragen zu Prostatakrebs und Fusionsbiopsie an Tel. +49 (0)89 85693-2662.



Urologie Planegg: Urologische Klinik München – Planegg

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