Fachanwalt für Verkehrsrecht Christian Hopfner gibt Tipps für das Verhalten nach einem Verkehrsunfall – Auf keinen Fall zur Schuldfrage äußern
„Niemand muss sich selbst belasten“

Herr Hopfner, unabhängig davon, wer Schuld an dem Verkehrsunfall trägt - was ist generell zu tun, wenn es "gekracht" hat?
Zunächst ist es wichtig, die Unfallstelle abzusichern, das Warndreieck aufzustellen und wenn nötig den Rettungswagen zu rufen. Es empfiehlt sich, Fotos zu machen - je mehr, desto besser. Hier ist es entscheidend, dass die Positionen der Unfallautos nicht verändert worden sind.

Soll man die Polizei rufen?

Bei Verletzten, hohem Sachschaden, fehlender Einigung, wenn der Unfallgegner sich unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hat oder keine Versicherungsdaten des Unfallgegners vorliegen, sollte die Polizei gerufen werden. Ansonsten kann ich als Fachanwalt für Verkehrsrecht die klare Antwort geben: Es kommt immer auf die Umstände des Einzelfalls an...

Wie meinen Sie das?

Nehmen wir an, es besteht tatsächlich wenig Zweifel daran, dass Sie die Schuld an dem Unfall tragen. Dann kann es natürlich von Vorteil sein, dass die Angelegenheit ohne Polizei geregelt wird. Sonst ist es sehr wahrscheinlich, dass die Polizei ein Bußgeldverfahren gegen Sie einleiten wird. Im Zivilrecht ist es so, dass bei einem Unfall zwischen zwei Kraftfahrzeugen jeder beweisen muss, dass der Unfall für ihn ein "unabwendbares Ereignis" war. Wenn es keine Dokumentation gibt, kann der Unfallgegner diesen Beweis oft nicht führen.

Ist das denn erlaubt?

Natürlich. Im Straf- und Bußgeldverfahren ist niemand verpflichtet, sich selbst zu belasten. Im Zivilrecht muss keiner ein Beweismittel vorlegen, das dem Unfallgegner hilft.

Und wenn es eindeutig das eigene Verschulden war?

Eindeutig ist bei einem Verkehrsunfall selten etwas. Hier spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle. Oft lässt sich durch ein Sachverständigengutachten sehr gut rekonstruieren, wer wann wie schnell unterwegs war, ob es dem Unfallgegner möglich gewesen wäre, noch rechtzeitig zu reagieren oder ob ein Fahrzeug bereits gestanden ist - was also subjektiv als eindeutige (Allein-)Schuld empfunden wird, kann sich in einem späteren Gerichtsverfahren ganz anders darstellen. Deshalb ist es wichtig, gegenüber der Polizei keine Angaben zur Sache zu machen und dem Unfallgegner kein Schuldeingeständnis abzugeben. Denn alles, was an der Unfallstelle gesagt und durch die Polizei protokolliert worden ist, ist dann aktenkundig und zieht oft straf- und bußgeldrechtliche Konsequenzen nach sich. Eine unachtsame Äußerung inmitten der aufgeregten Situation am Unfallort kann sich später als großer Nachteil erweisen. Es gilt grundsätzlich: Ein Verstoß muss nachgewiesen werden.

Mit dem Recht haben und Recht bekommen ist das also auch im Verkehrsrecht immer so eine Sache...

Es ist von erheblicher Bedeutung, jedes noch so kleine Detail zugunsten des eigenen Mandanten zu erkennen und richtig einzuordnen. Um mir ein eigenes Bild machen zu können, schaue ich mir häufig die Unfallstelle auch persönlich an. Wertfrei gesprochen ist es immer eine spannende Sache vor Gericht, vergleichbar mit Schachspielen: Wer macht als nächstes welchen Zug? Und wie im Schach ist es mitunter in der Juristerei - die besten Züge macht derjenige, der die größte Erfahrung hat.

Das Interview führte Norbert Eimer

Der Regensburger Rechtsanwalt Christian Hopfner weiß als Fachanwalt für Verkehrsrecht aus 25-jähriger Erfahrung, dass allein schon ein sogenannter "kleiner Blechschaden" eine Lawine an Problemen und unangenehmen Folgen nach sich ziehen kann. Für seine Mandanten ist er kompetenter Partner bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

Der Fachanwalt für Verkehrsrecht, der in den vergangenen Jahren mehrfach in der Focus-Liste der Top-Anwälte stand, hat sich unter anderem als Referent beim Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern und Co-Autor des Handbuchs Straßenverkehrsrecht einen Namen gemacht.

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