Von Dr. med. Gerd Ebert, HNO-Facharzt
Wenn der Körper überreagiert

Geschwollene Augen. Juckreiz. Schnupfen. Atembeschwerden. Asthmaanfälle. Für Allergiker werden alltägliche Aktivitäten zur Qual. Bedenkenlos vor dem Fernseher Nüsschen zu knabbern, über eine blühende Wiese zu spazieren oder die Katze des Nachbarn zu streicheln, ist undenkbar. Bei der Allergie handelt es sich um eine überschießende - also übertriebene - Abwehrreaktion des Immunsystems auf einen Fremdkörper, der im Normalfall die Gesundheit nicht gefährdet. Bei Allergikern allerdings fallen die Reaktionen auf ein Allergen sehr unterschiedlich aus. Im schlimmsten Fall erleidet der Patient durch die allergieauslösende Substanz einen allergischen Schock (Anaphylaxie), der bis zum Kreislaufzusammenbruch oder Herzstillstand führen kann.

Klassischer Prick-Test

Bei einem Verdacht auf Allergien kann der HNO-Facharzt mit unterschiedlichen Methoden eine Allergie diagnostizieren oder ausschließen. Der ambulante Prick-Test ist das häufigste Diagnose-Verfahren, um die Allergiebereitschaft (Sensibilisierung) zu überprüfen. Er kommt vor allem bei Allergien des sogenannten Soforttyps (Typ I) zum Einsatz. Darunter fallen unter anderem Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittel- und Insektengiftallergien. Der behandelnde Mediziner appliziert auf der Innenseite des Unterarms kleine Tropfen der 15 bis 20 häufigsten Allergieauslöser - verschiedene Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen sowie Hunde- und Katzenhaare. Zum Vergleich trägt der Arzt außerdem eine Kochsalzlösung und eine histaminhaltige Lösung auf. Die Kochsalzlösung dient als Negativkontrolle, da sie keine Hautreaktion bewirkt. Die Histaminlösung ruft in der Regel eine Reaktion hervor und eignet sich daher als Positivkontrolle.

Mit einer kleinen Nadel oder einer Lanzette, einem kleinen, zweischneidigen Messer, sticht (englisch: to prick) der Arzt in die Haut. So gelangen die Allergie auslösenden Stoffe in Kontakt mit den natürlichen Abwehrzellen des Körpers. Nach etwa 15 bis 20 Minuten ist eine Auswertung des Tests möglich. Haben sich um die Einstichstelle Rötungen oder Quaddeln gebildet, deutet das auf eine erhöhte Sensibilisierung hin. Erst in Zusammenhang mit den Symptomen diagnostiziert der Arzt eine Allergie.

Verfälschte Ergebnisse vermeiden

Einige Faktoren können das Ergebnis des Allergietests jedoch beeinflussen. Um das auszuschließen, sollte der Patient nicht an einer Infektion erkrankt sein oder unter akuten allergischen Beschwerden leiden. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte dies unbedingt vor dem Test mit dem Arzt besprechen. Denn Antihistaminika, Beruhigungs- oder Schlafmittel, kortisonhaltige Medikamente und Immunsupressiva, die das Immunsystem dämpfen, können für falsche positive oder negative Ergebnisse verantwortlich sein.

Provokation der Abwehrzellen

Ergibt der klassische Prick-Test kein eindeutiges Ergebnis oder widerspricht das Ergebnis den Symptomen des Patienten, lässt ein Provokationstest weitere Schlüsse zu. Beim nasalen Provokationstest werden die Allergene direkt auf die Nasenschleimhaut aufgebracht. Pro Termin können maximal zwei verschiedene Allergene getestet werden. Der Arzt kontrolliert vor, während und nach der Behandlung den Luftwiderstand in der Nase. Reagiert der Körper mit einer angeschwollenen Nasenschleimhaut, Augentränen, Niesreiz oder Fließschnupfen, bestätigt dies die Allergiebereitschaft. Zeigen sich keine Symptome, wird die Dosis erhöht oder die Untersuchung abgebrochen, wenn eine Allergie definitiv ausgeschlossen werden kann. Auch der RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test) beseitigt eventuelle Unklarheiten: Hier wird das Blut auf Allergene untersucht - durch den Nachweis spezifischer Immungloboline E.

Behandlung von Allergien

Allergien sind auf vielfältige Weise behandelbar. Bei den Antiallergika sind vor allem die Cortison-Nasensprays hervorzuheben, weil sie keine Resorption (Stoffaufnahme) nach sich ziehen. Empfehlenswert ist auch eine Hyposensibilisierung, da aus allergischer Rhinitis bei stärkerer Ausprägung ein allergisches Asthma entstehen kann. Durch die Hyposensibilisierung wird das vermieden.

Dr. med. Gerd Ebert, HNO-Facharzt (2 Einträge)

 


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