Von Dr. Klara Laschinger-Oestreicher
Herzinfarkt-Symptome bei Mann und Frau

Noch immer glauben viele Menschen, dass der Herzinfarkt fast nur Männer trifft, doch das stimmt nicht. Zwar sterben etwas mehr Männer als Frauen an einer Herzattacke, aber in der Summe sterben mehr Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. Was den Herzinfarkt für Frauen besonders gefährlich macht: Er wird oft nicht oder zu spät als solcher erkannt, da die Symptome sich von den typischen Anzeichen bei Männern häufig unterscheiden.

Den Herzinfarkt erkennen

Die klassischen Herzinfarkt-Symptome treten besonders häufig auf und sind daher gut bekannt: starke, über Minuten andauernde Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schultern und Hals ausstrahlen können. Das Gefühl der Brustkorb werde mit einem Metallreifen zusammengepresst und akute Atemnot. Hier wissen viele, dass sie sofort die 112 anrufen müssen. Andere Symptome sind weniger bekannt: ein Schwächegefühl, blasse Gesichtsfarbe und kalte Schweißausbrüche, Schmerzen im Kiefer oder im Oberbauch.

Besonderheiten bei Frauen

Vor allem bei Frauen sind die untypischen Beschwerden bei einem Herzinfarkt häufiger. Wer Oberbauchschmerzen hat, denkt eher an verdorbene Lebensmittel, besonders wenn starke Übelkeit und Erbrechen hinzukommen. Dabei können diese Schmerzen, die Übelkeit und das Erbrechen auch alleinige Symptome eines Herzinfarkts sein. Zwar kommen oft ein Engegefühl in der Brust, Rückenschmerzen oder Kurzatmigkeit hinzu, aber selbst dann erscheinen diese nicht als das Hauptproblem und werden daher nicht ernstgenommen. Die Folge: Frauen versuchen ihren Herzinfarkt oft unwissentlich zuerst mit Verdauungs-Tees und Magentabletten zu bekämpfen. Der Notarzt wird erst gerufen, wenn es der Patientin immer schlechter geht - wertvolle Zeit zur Lebensrettung geht verloren.

Das Risiko steigt mit dem Alter

Im Gegensatz zu Männern sind Frauen hormonell bedingt bis zu den Wechseljahren relativ gut vor einem Herzinfarkt geschützt - vorausgesetzt sie nehmen nicht die Pille und rauchen nicht. Haben die Wechseljahre allerdings eingesetzt, kann der Blutdruck innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen und damit erhöht sich sofort auch das Herzinfarkt-Risiko. Deshalb sollten Frauen nach den Wechseljahren ihren Blutdruck regelmäßig zuhause oder beim Arzt kontrollieren. Ob Frau oder Mann: Mit höherem Alter steigt immer auch das Herzinfarktrisiko. Ebenfalls steigt die Wahrscheinlichkeit, dass im Akutfall eher die untypischen Symptome auftreten. Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen und Kurzatmigkeit können besonders bei betagten Männern die alleinigen Anzeichen eines Infarkts sein. Deshalb gilt: Je älter der Patient, desto mehr Beachtung sollte er auch unspezifischen Beschwerden schenken. Ein Alarmzeichen ist, wenn die Beschwerden in bis dahin nicht gekannter Heftigkeit auftreten. Wer nicht gleich die 112 anrufen möchte, kann seinen Kardiologen aufsuchen oder sich in der Nacht in den Brustschmerzambulanzen der regionalen Kliniken untersuchen lassen. Sie sind auf Herzinfarkt-Diagnostik spezialisiert, rund um die Uhr geöffnet und benötigen keine ärztliche Überweisung.

So können Sie dem Infarkt vorbeugen

Auch wenn ein Herzinfarkt jeden treffen kann, gibt es viele Wege, sich möglichst gut vor ihm zu schützen. Der Infarkt entsteht nicht aus dem Nichts. Ihm geht immer zunächst die koronare Herzkrankheit voraus, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, die häufig durch Arteriosklerose verursacht wird. Der Volksmund spricht von der Arterienverkalkung. Die koronare Herzkrankheit ist chronisch und bislang nicht heilbar. Aber jeder kann selbst daran arbeiten, sie nicht zu bekommen oder sie in Schach zu halten:

    • Kontrolle: Ab 40 jährlich, ab 50 halbjährlich Blutdruck, -zucker und Cholesterin kontrollieren lassen.
    • Lebensstil: Nicht rauchen! Der Nikotinkonsum erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, um das Sechsfache. Familiär vorbelastete Frauen sollten außerdem gut überlegen, ob sie die Pille nehmen wollen. Auch Stress in Familie und Beruf ist gefährlich für das Herz. Stressabbau wirkt präventiv.
    • Bewegung: Regelmäßiger Sport stärkt das Herz-Kreislaufsystem und beugt der Arteriosklerose vor. Wer bereits eine koronare Herzkrankheit hat, kann in einer Koronarsportgruppe unter Aufsicht trainieren.
    • Ernährung: Eine aus viel Gemüse und Obst bestehende, abwechslungsreiche Vollwertkost mit wenig Fleisch ist ideal.
    • Idealgewicht: Übergewicht erhöht das Infarktrisiko drastisch, besonders in Kombination mit Bluthochdruck, zu hohen Blutfettwerten und Diabetes. Hier ist Abspecken angesagt!
    (Quelle: Bild: psdesign1 – Fotolia.com)


    Kardiologisch-internistische Praxis Dr. Klara Laschinger-Oestreicher

    Kardiologisch-internistische Praxis Dr. Klara Laschinger-Oestreicher

    Beschreibung

    Kardiologie / Innere Medizin
    • EKG
    • Ergometrie
    • Schellong-Test
    • Carotis-Druckversuch
    • Spirometrie

    Kardiologisch-internistische Praxis Dr. Klara Laschinger-Oestreicher

    Kontakt

    Hildegard-von-Bingen-Straße 1
    93053 Regensburg
    Telefon 0941 54488
    Fax 0941 562589

    Anzeige