Von Dr. Dieter Herrneder, Facharzt für Diagnostische Radiologie
Keine Angst vor „der Röhre“

(Quelle: Bild: romaset - stock.adobe.com)

Die Kernspintomografie - oder Magnetresonanztomografie (MRT) - ist eine für den Patienten vollkommen ungefährliche Untersuchung. Das liegt daran, dass für das bildgebende Diagnoseverfahren Magnetfelder anstelle von Röntgenstrahlungen eingesetzt werden. Die MRT ist bei vielen medizinischen Fragestellungen - vor allem wenn der Arzt Organe und andere Weichteile im Körper genauer betrachten will - die erste Wahl. Die konventionelle Röntgenuntersuchung oder Computertomografie (CT) dagegen ist bei bildgebenden Untersuchungen von wasserarmen Strukturen wie Knochen erforderlich. Welches Verfahren am besten für die jeweilige Diagnose einer Erkrankung geeignet ist, entscheiden der überweisende Arzt und der Radiologe. Aus technischen Gründen erzeugt der Kernspintomograf laute Geräusche. Ohrstöpsel oder Kopfhörer reduzieren diese aber auf ein erträgliches Maß.

Achtung: Platzangst

Trotz der schonenden Untersuchungsmethode assoziieren einige Patienten eher Negatives mit der Vorstellung, "in die Röhre" zu müssen. Je nachdem, welche Körperregion untersucht wird, dauert das Vorgehen etwa 15 bis 30 Minuten. In dieser Zeit muss der Patient ganz ruhig liegen bleiben, damit die Bilder aussagekräftig sind. Vor allem Patienten mit traumatischen Erlebnissen in engen Räumen haben deshalb Angst vor der Untersuchung. Für die Vorbereitung ist es deshalb wichtig, zu wissen, ob der Patient unter Klaustrophobie (Platzangst) leidet und wie ausgeprägt das Krankheitsbild ist. Denn oftmals sind die Betroffenen nur von Erzählungen Dritter verängstigt, empfinden die Untersuchung dann aber gar nicht so schlimm. Doch nur mit diesen Informationen kann der Arzt gezielt auf die Untersuchung vorbereiten und Möglichkeiten der Abhilfe aufzeigen.

Dazu gehört zunächst, die entsprechende Situation zu besprechen und den Patienten über das Diagnoseverfahren aufzuklären: Welches Körperteil wird untersucht und wie ist dabei die Lagerung in "der Röhre"? Kann der Patient beispielsweise aus dem Kernspintomografen herausblicken? Entscheidend ist auch, wie groß und schwer der Patient ist. Dementsprechend wird die Vorgehensweise bei der Untersuchung angepasst.

Zunächst wird der Patient in Ruhe auf dem Untersuchungstisch positioniert, so dass er bequem liegen kann. Anschließend fährt er in die Magnetfeldröhre hinein. Vorher sollte der Patient mit Klaustrophobie die Augen schließen. Eine Augenmaske oder Prismabrille können unterstützen. Mit letzterer ist es möglich, am Körper entlang nach außen zu sehen, anstatt an die Decke des MRT-Gerätes. Das verhindert das für Klaustrophobie typische Enge-Gefühl. Sollten das doch nicht helfen, kann der Radiologe Beruhigungstropfen verabreichen. In diesem Fall muss der Patient allerdings eine Begleitperson mitbringen, da er anschließend nicht Auto fahren oder alleine nach Hause gehen darf.

Achtung: Metall

Sehr wichtig ist es, dass der Patient für die Untersuchung alle metallhaltigen und magnetisierbaren beziehungsweise elektronischen Gegenstände ablegt. Dazu zählen jede Art von Schmuck, Piercings, Schlüssel, Münzen, Haarklammern, Hörgeräte, herausnehmbarer Zahnersatz, Büstenhalter mit Metallbügeln, Brillen, Uhren, Kredit- und andere Magnetkarten, Gürtel, Handys und abnehmbare Prothesen. Auch Tätowierungen mit eventuell magnetischen Metallpartikeln sollte der Patient unbedingt angeben. Durch das starke Magnetfeld innerhalb des Kernspintomografen kann sich das Metall erhitzen und im schlimmsten Fall zu Verbrennungen führen.

Lose in der Kleidung befindliche Gegenstände, wie Schlüssel oder Geldbeutel, werden von dem Magnetfeld angezogen. Sie können zu gefährlichen Geschossen werden, wenn sie in den Magneten hineinfliegen. Alles Metall muss daher bereits in der Kabine unmittelbar vor der Untersuchung abgelegt werden. Denn je näher man dem Magneten kommt, desto stärker ist auch das Magnetfeld.

Metallische Teile im Körper, wie eine künstliche Hüfte, können darüber hinaus Auswirkungen auf die Bildqualität haben. Man spricht in diesem Fall von Artefakten oder Auslöschungen. Hier ist es wichtig, im Vorfeld alle Eventualitäten mit dem Radiologen zu klären: Soll der Schädel untersucht werden, spielt eine implantierte Knieprothese (TEP) keine Rolle. Steht allerdings der Oberschenkel im Fokus, wirkt sich die Prothese auf die Bildqualität aus.

Achtung: Herzschrittmacher

Patienten mit einem Herzschrittmacher oder anderen implantierten Impulsgebern, wie Neurostimulatoren, Cochleaimplantaten oder Insulinpumpen, müssen dies auf jeden Fall schon bei der Terminanfrage angeben. Es muss dann besprochen werden, ob eine Untersuchung, beispielsweise mit einem MRT-tauglichen Herzschrittmacher, überhaupt möglich ist. Unter Umständen kann auch auf einen Kernspintomografen mit einem kleineren Magnetfeld ausgewichen werden. Informationen dazu sind dem jeweiligen Pass zu den Implantaten zu entnehmen.

Bei Terminvergabe ist außerdem zu besprechen, ob der Patient Laborwerte mitbringen soll, ob er - in seltenen Fällen - nüchtern bleiben muss und welche Punkte außerdem zu beachten sind. Dadurch wird sichergestellt, dass der Patient beim Termin selbst nicht zu lange warten muss und die Untersuchung reibungslos ablaufen kann. Sollte im Zusammenhang mit der MRT-Untersuchung irgendetwas unklar sein, kann jederzeit vorab in der Praxis nachgefragt werden.



Dr. (Univ. Chieti) D. Herrneder

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