Von Dr. med. Michael Krebs
Die intravenöse Sauerstofftherapie

Fast alle Lebewesen auf unserem Planeten brauchen Sauerstoff, um existieren zu können. Und auch jede einzelne menschliche Körperzelle braucht Sauerstoff zum Leben. Das lebenswichtige Gas wird im Blut in alle Körperregionen transportiert. Werden bestimmte Organe oder Körperregionen aufgrund einer chronischen Entzündung oder schlechter Durchblutung nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, ist das für die dortigen Zellen lebensgefährlich.

Natürliche Hilfe aus der Kanüle

Eine mögliche Lösung für dieses Problem hat Dr. med. H.S. Regelsberger bereits in den 60er-Jahren entdeckt: Oxyvenierung, die intravenöse Sauerstofftherapie. Durch eine sehr dünne Kanüle wird bei diesem naturheilkundlichen Therapieverfahren eine kleine Menge rein medizinischer Sauerstoff in eine Vene injiziert. Das Immunsystem erkennt den Sauerstoff in Bläschenform als Fremdkörper und reagiert: Es bildet gefäßerweiternde und entzündungshemmende Stoffe. Überflüssiges Wasser wird aus dem Gewebe geschwemmt, die Blutplättchen verkleben nicht mehr so leicht. Der gesamte Körper wird besser durchblutet, Entzündungen werden gehemmt und das Immunsystem arbeitet effektiver.
Der Vorteil dieser Methode im Vergleich zu anderen Sauerstofftherapien ist, dass der Sauerstoff seine Wirkung direkt im Gefäßsystem des Patienten entfaltet.

Wann ist die Oxyvenierung sinnvoll?

Grundsätzlich ist die intravenöse Sauerstofftherapie bei allen Krankheiten vorteilhaft, die mit eingeschränkter Durchblutung oder chronischen Entzündungen einhergehen. Die vier großen Behandlungsfelder sind:


Durchblutungsstörungen wie

  • Schaufensterkrankheit
  • Raucherbein
  • Herzinfarktfolgen
  • Tinnitus/Hörsturz
  • Erektionsstörungen
  • Bluthochdruck
  • Niereninsuffizienz
  • Z.n. Hirninfarkt (Apoplex)

Neurogene/neurodegenerative Erkrankungen

  • Autismus, ADHS
  • Morbus Parkinson
  • Morbus Alzheimer
  • Multiple Sklerose

Chronisch entzündliche Magen-Darmerkrankungen

  • Reizdarm, Gastritis
  • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa

Autoimmunerkrankungen

  • Schuppenflechte
  • Neurodermitis
  • Psoriasisarthritis und Rheumatoide Arthritis

Weitere Indikationen

  • Makuladegeneration
  • Migräne
  • Erschöpfungszustände
  • Chronische Ekzeme
  • Allergien und Heuschnupfen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Depression, Burn-out und Schlafstörungen

Patienten, die Cyclooxygenasehemmer oder Cortison einnehmen, sollten die Medikation während der Therapie zuvor mit ihrem Arzt abklären, da diese Wirkstoffe den Erfolg der intravenösen Sauerstofftherapie beeinträchtigen können.

Einfache und schmerzfreie Method

Zur intravenösen Sauerstofftherapie legt sich der Patient auf eine Liege. Die Kanüle, durch die der reine und gefilterte Sauerstoff dem Blut zugefügt wird, ist so dünn, dass der Einstich kaum spürbar ist. Mit einer Einlaufgeschwindigkeit von ein bis zwei Millilitern pro Minute gelangen die winzigen Sauerstoffbläschen in den Blutkreislauf. Im Anschluss sollte der Patient noch 20 Minuten liegen bleiben. Während dieser Zeit löst sich der Sauerstoff im Blut weitestgehend auf.
Um die bestmögliche Wirkung zu erreichen, wird diese Prozedur bei der Erstbehandlung für vier bis fünf Wochen täglich wiederholt. Erscheint bei Kontrolluntersuchungen eine Nachbehandlung sinnvoll, kann nach zwei bis sechs Monaten eine zweite, bis zu zweiwöchige intravenöse Sauerstofftherapie beginnen.
Die Oxyvenierung ist eine sogenannte IGeL-Leistung. Das heißt, die Kosten für die Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Effektive Kombinationsbehandlung

Besonders erwähnenswert ist, dass die intravenöse Sauerstofftherapie sich hervorragend mit der Blutlasertherapie (siehe folgende Seite) kombinieren lässt. Damit kommen dem Patienten die synergistischen Effekte beider Therapien zugute.

(Quelle: Bild: Spectral-Design – Fotolia.com)


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