Von Dr. Cheryl von Unruh
Mit Lachgas entspannt auf dem Zahnarztstuhl

Nicht alle Kinder sind tapfer oder entspannt genug, um während einer längeren Behandlung ruhig und kooperativ auf dem Behandlungsstuhl zu sitzen. Für alle Eltern, die ihr Kind deshalb nicht gleich sedieren oder narkotisieren lassen wollen, gibt es eine sanfte aber effektive Alternative: die Anwendung von Lachgas.

In meinem Geburtsland, den Vereinigten Staaten von Amerika, wird Lachgas, wissenschaftlich Distickstoffmonoxid genannt, schon seit mehr als 150 Jahren erfolgreich von Zahnärzten genutzt. Der Dentist Horace Wells beobachtete bei einer Jahrmarktveranstaltung im Jahr 1844 zufällig, wie Menschen unter dem Einfluss von Lachgas weniger Schmerz zu empfinden schienen. Er setzte es von da an zur Schmerzlinderung bei seinen Patienten ein. Eine Methode, die sich schnell herumsprach und verbreitete. Heute nutzen bereits rund 90 Prozent der US-amerikanischen Zahnärzte das farb- und geruchslose Gas - nur nicht mehr hauptsächlich als Schmerzmittel sondern aufgrund seiner beruhigenden und stark angstlösenden Wirkung.

Der Mutmacher aus der Nasenmaske

Lachgas ist unser Mutmacher für kleine Patienten. Voraussetzung für eine Behandlung mit Lachgas ist selbstverständlich immer, dass das Kind einverstanden ist - hier passiert nichts unter Zwang. Wir erklären den jungen Patienten im Vorfeld der Behandlung genau, was passieren wird, wenn sie die kleine Nasenmaske über ihr Gesicht ziehen und das Gas nach einigen Atemzügen zu wirken beginnt. Die Kinder werden tapfer und sorglos, manche sagen, "es ist wie fliegen". Sie fühlen sich entspannt und verlieren sowohl ihre Angst als auch ein Stück weit ihr Zeitgefühl, so dass selbst längere Behandlungen ihnen gut erträglich erscheinen. Das Gas beruhigt und reduziert nebenbei den Würgereiz beträchtlich, was die Arbeit des Arztes erleichtert und für den Patienten deutlich weniger Stress bedeutet.

Volles Bewusstsein für volle Kooperation

Während der gesamten Behandlung bleiben die Kinder bei vollem Bewusstsein. Das ist auch zwingend notwendig, da wir ihre Kooperation benötigen. Damit das Lachgas wirkt, darf der Patient nur durch die Nase einatmen und nicht sprechen. Für den Fall, dass das Kind während der Behandlung dennoch etwas mitteilen möchte, werden zuvor einfache Handzeichen vereinbart.

Ärztliche Kommandos wie "Mach bitte den Mund jetzt weit auf" werden unter Lachgas-Einwirkung bereitwilliger und problemlos erfüllt. Wir erklären parallel alles, was wir tun, in kindgerechten Worten und verzichten trotz Lachgas-Einsatz weder auf den so wichtigen Körperkontakt noch auf auflockernde Gespräche. Selbstverständlich wird auch trotzdem lokal betäubt, um den Schmerz so weit es geht auszuschalten. Dank Lachgas und unseren psychologischen Bemühungen fühlen sich die Kinder optimal geborgen bei gleichzeitig völligem Verständnis des Geschehens.

Genau die richtige Dosis

Ein weiterer Vorteil von Lachgas ist, dass es sich individuell dosieren lässt. Ein häufiges Mischverhältnis bei Kindern ist 20 Prozent Lachgas zu 80 Prozent Sauerstoff. Zeigt das Kind nach einigen Minuten der Behandlung noch immer Angst oder Anspannung, kann die Lachgas-Dosis je nach Bedarf erhöht werden. Ein Pulsoxymeter misst während der gesamten Behandlung den Puls und die Sauerstoff-Sättigung im Blut. Zum Abschluss der Behandlung atmet das Kind für die Dauer von etwa fünf Minuten 100 Prozent Sauerstoff ein. Das Lachgas verlässt dadurch vollständig und ohne Rückstände den Körper. Der kleine Patient kann unbeschwert den Heimweg antreten, ohne irgendwelche Nach- oder Nebenwirkungen fürchten zu müssen.

Die Lachgas-Sedierung ist bei fachgerechter Durchführung sowohl sicher als auch unschädlich. Eltern sollten daher bei der Wahl ihres Kinderzahnarztes darauf achten, dass die Ärzte - wie bei uns - speziell für den Einsatz von Lachgas geschult sind.

Geeignet ab etwa vier Jahren

Die Behandlung mit Lachgas eignet sich für alle Kinder, die alt und vernünftig genug sind, vertrauensvoll mit ihrem Arzt zusammenzuarbeiten und einfache Kommandos zu befolgen. In der Regel ist das etwa ab einem Alter von vier Jahren der Fall. Von einer Lachgas-Behandlung raten wir ab, wenn ein Kind absolut kooperationsunwillig oder -unfähig ist oder durch eine Erkrankung die Atmung durch die Nase nicht optimal funktioniert.

Wir helfen bei der Finanzierung

Obwohl die Anwendung von Lachgas in der Kinderzahnmedizin aufgrund ihrer positiven Effekte auch in Deutschland immer weiter fortschreitet, wird sie leider noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Zu allen Fragen den Finanzierung rund um die Mundgesundheit ihres Kindes beraten wir Eltern gerne in aller Ruhe in unserer Praxis für Kinderzahnheilkunde an der Münchner Freiheit.

Dr. Cheryl von Unruh, Praxisinhaberin, Geschäftsleitung, Zahnärztin



Praxis für Kinderzahnheilkunde an der Münchner Freiheit: Dr. Cheryl Lee von Unruh & Kollegen

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Beschreibung

Kinderzahnheilkunde
  • Moderne Lachgasanalgesie
  • Kariesrisikobestimmung
  • Laserdiagnostik
  • Fissurenversiegelung
  • Behandlung von Fehlstellungen

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