Ihre Schutzengel in der Nacht

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"Ein guter Tag fängt mit einer guten Nacht an!" Unter diesem Motto steht die Arbeit in meinem Schlaflabor, das seit Herbst 2017 Teil der HNOmedic ist. Wer nicht gut schlafen kann, dem fehlen der Antrieb und die Kraft für den Tag. Deshalb möchte ich meinen Patienten durch ruhigen, erholsamen Schlaf wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen. Die Schlafprobleme sind so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Manche können nicht ein-, andere nicht durchschlafen, manche erwachen mit plötzlichem Herzrasen, andere weckt das eigene Schnarchen. Wir finden zunächst die Ursachen der Schlafstörung, um sie dann zu beseitigen. Sind die Gründe eher neurologisch, helfen oft Medikamente. Ein- und Durchschlafprobleme werden mit Schlafhygiene, Schlafrestriktion und psychotherapeutischen Gesprächen therapiert. Schwieriger wird es, wenn Menschen gar nicht wissen, dass sie ein Schlafproblem haben.

Schnarcher und die Schlafapnoe

Sie sind tagsüber müde und abgeschlagen, obwohl sie das Gefühl haben, nachts gut zu schlafen. Menschen mit Schlafapnoe können sich auf das eigene Gefühl nicht verlassen. Oft ist es die Ehefrau, die zuerst bemerkt, dass etwas nicht stimmt: Gerade schnarcht ihr Mann noch regelmäßig, dann ist plötzlich viel zu lang Totenstille, bis er mit einem lauten Schnarchen wieder zu atmen beginnt - typische Anzeichen für eine Schlafapnoe: Plötzlich und oft unbemerkt hören Betroffene im Schlaf auf zu atmen. Die Muskeln in Schlund und Rachen erschlaffen. Die Atemwege fallen zusammen und blockieren die Atmung, bis eine notfallartige Weckreaktion des Gehirns die Atemwege über Muskelaktivierung wieder öffnet und das Atmen wieder einsetzt - fürs Erste. Die wiederkehrenden Alarm-Zustände in der Nacht strengen das Herz an. Der Blutdruck steigt, das Diabetes-Risiko ebenso wie das für Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Der frühzeitige Gang zum Arzt lohnt sich also

Diagnose im Schlaflabor

Ist bei einer Screening-Untersuchung in der HNO-Praxis der Verdacht auf eine Schlafapnoe aufgetreten, führt der nächste Weg ins Schlaflabor. Hier diagnostizieren wir, ob eine Krankheit vorliegt, welche genau es ist und wie sie behandelt werden sollte. Die Räume unseres Schlaflabors im Kompetenzzentrum für Schlaf und Schlafstörungen in Nymphenburg sind komfortable, wie eine normale Wohnung eingerichtete Einzelzimmer mit gemütlichen Betten. Die Untersuchung im Labor dauert normalerweise zwei Nächte. Nach der Verkabelung durch das geschulte Personal geht der Patient zu Bett. Alle Signale werden digital an den Computer übertragen, so dass sich der Verkabelte weiterhin frei bewegen kann. Während der Nacht messen wir den Puls, die Atmung, die Körperlage, Hirnströme und weitere relevante Werte. Die ermittelten Daten werden mit parallel aufgezeichneten Videoaufnahmen abgeglichen und sorgfältig ausgewertet. Die erste Nacht ist meist der Diagnose vorbehalten, in der zweiten kann bereits mit der Behandlung begonnen werden.

Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe
Änderung des Lebensstils:

Wird eine Schlafapnoe festgestellt, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die von der Schwere der Erkrankung und dem genauen Befund abhängen. Liegt nur eine leichte Form der Schlafapnoe vor, kann es ausreichen, die eigenen Lebensgewohnheiten zu verändern. Dazu gehört in manchen Fällen die Vermeidung der Rückenlage.

In jedem Fall ist es wichtig, Übergewicht zu vermeiden oder zu beseitigen, denn auch Fett verengt die Atemwege, sowohl im Hals als auch in der Lunge. Alkoholgenuss verstärkt die Krankheit, aber auch Rauchen kann sich negativ auswirken.

Mechanische Behandlungsmethoden:

Sogenannte Unterkieferprotrusionsschienen schieben den Unterkiefer im Schlaf nach vorn. Der Atemraum hinter der Zunge wird dadurch größer, die Muskulatur im Rachen spannt sich an, die Atemwege werden freigehalten. Allerdings eignen sich diese Schienen nur zur Therapie leichter bis mittelschwerer Fälle von Apnoe.

Die wirksamste Methode zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe ist die nasale positive Überdrucktherapie, das sogenannte CPAP. Durch eine Maske werden bei diesem Verfahren die Atemwege mit leichten Überdruck offengehalten. APAP-Geräte können zusätzlich den Druckwert an die Bedürfnisse anpassen. Auch Bilevel-Druckmaschinen haben unterschiedliche Druckstärken - eine hohe zum Ein- und eine niedrigere zum Ausatmen. ASV (adaptive support ventilation) nennt sich ein intelligenter Beatmungsmodus mit automatischer Anpassung an die Lungenmechanik. Aus den zahlreichen Geräten, Masken und Methoden wählen wir gemeinsam mit dem Patienten das passende Paket aus.



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