Von Dr. med. Andreas Gschwendtner
Schlaganfälle sind häufig vermeidbar

Risiko lässt sich um bis zu zwei Drittel senken

Schlaganfälle sind in Deutschland die häufigste Ursache für bleibende körperliche oder geistige Behinderung und die dritthäufigste Todesursache (nach Herzinfarkt und Krebserkrankungen). Ein akuter Schlaganfall muss selbstverständlich immer als Notfall im Krankenhaus behandelt werden. Eine mindestens ebenso große Bedeutung kommt aber auch der ambulanten Vorbeugung und Nachsorge zu, da viele Schlaganfälle vermeidbar sind, wenn Warnsignale und Risikokonstellationen rechtzeitig erkannt und zielgerichtet behandelt werden.

Schlaganfälle haben viele verschiedene Ursachen

Im Gegensatz zu Herzinfarkt und vielen anderen Gefäßerkrankungen, die fast immer auf Atherosklerose (landläufig: "Gefäßverkalkung") beruhen, sind die Ursachen für Schlaganfälle wesentlich vielfältiger: Zu diesen gehören z.B. auch Herzrhythmusstörungen (insbesondere Vorhofflimmern) und andere Herzerkrankungen, Gefäßentzündungen (Vaskulitis), "Risse" in den hirnversorgenden Arterien (Dissektionen) und erbliche Faktoren. Der genauen Ursachenforschung kommt für die richtige Therapie und Prophylaxe daher eine hohe Bedeutung zu.

Risiken richtig einschätzen

Zahlreiche, gut beeinflussbare Faktoren erhöhen das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden: Hierzu zählen u.a. hoher Blutdruck, Rauchen, erhöhte Blutfette (insbesondere Cholesterin), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht und Bewegungsmangel. Hinzu kommen unbeeinflussbare Faktoren, wie z.B. ein vorausgegangener Schlaganfall oder nahe Angehörige, die von der Erkrankung betroffen sind. Durch fachärztliche Diagnostik können zahlreiche weitere Risikofaktoren identifiziert werden.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Risikopersonen und Patienten mit einem Schlaganfall in der Vorgeschichte sollten regelmäßig durch einen erfahrenen Neurologen betreut werden, um die Gefahr eines erstmaligen oder weiteren Ereignisses zu minimieren (Primär- bzw. Sekundärprophylaxe). Auch vorübergehende, nur kurz auftretende neurologische Symptome sollten Anlass zu einer gründlichen neurologischen Untersuchung geben, da sie Vorboten eines Schlaganfalles sein können. Zu den wichtigsten Warnsymptomen gehören Sehstörungen, Doppelbilder, Gefühlsstörungen, Lähmungen, verwaschene Sprache, Wortfindungsstörungen, Störungen des Sprachverständnisses oder Schwindel.

Auch Gedächtnisstörungen beruhen häufig auf Gefäßkrankheiten

Die körperlichen Symptome eines Schlaganfalles werden heute dank intensiver Aufklärungsarbeit von vielen Laien richtig eingeordnet. Weniger bekannt ist jedoch, dass Durchblutungsstörungen im Gehirn auch für eine nachlassende Gedächtnisleistung verantwortlich sein können. Die vaskuläre Demenz ist nach den so genannten neurodegenerativen Erkrankungen (deren bekannteste Form die Alzheimer-Krankheit ist) die zweithäufigste Ursache für Einschränkungen der höheren Hirnleistungen im Alter. Die frühe Erkennung und Abgrenzung dieser Ursachen ist für eine rechtzeitige und zielgerichtete Therapie ebenfalls entscheidend.

Moderne Schlaganfallmedizin

Zu den wichtigsten Untersuchungen in der modernen Schlaganfallmedizin gehört die Ultraschalldiagnostik der hirnversorgenden Blutgefäße (Doppler- und Duplexsonografie). Im Zuge einer umfassenden Untersuchung sollten dabei nicht nur die Arterien am Hals untersucht werden, sondern es sollte auch eine "transkranielle" Untersuchung der Blutgefäße im Kopf erfolgen, was mit speziellen Geräten heute möglich ist. Darüber hinaus spielen auch radiologische Untersuchungen (Kernspin- und Computertomografie inklusive Gefäßdarstellungen) und kardiologische Diagnostik (z.B. EKG und Ultraschalluntersuchung des Herzens) eine große Rolle. Nach Durchführung dieser Untersuchungen müssen die Befunde in ihrer Zusammenschau von einem erfahrenen Schlaganfallmediziner interpretiert werden, um die optimale Therapie für jeden Patienten zu gewährleisten. Durch eine solche lässt sich das individuelle Schlaganfallrisiko um bis zu zwei Drittel senken.



GerMedicum Neurologie Germering: Dr. med. Andreas Gschwendtner

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Beschreibung

Neurologie
  • Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen (zum Beispiel Migräne, Spannungskopfschmerz und Trigeminusneuralgie)
  • Periphere Nervenschädigungen (z.B Carpaltunnelsyndrom, Polyneuropathien) und Muskelerkrankungen
  • Gedächtnisstörungen und Demenzerkrankungen
  • Multiple Sklerose und andere entzündliche Erkrankungen
  • Schlaganfall und andere Gefäßerkrankungen von Gehirn und Rückenmark

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