Von Dres. med. C. Völker, A. Alcock, I. Hesse und P. Wallisch
Wohliges Bauchgefühl – Darmspiegelung mit der schonenden CO2-Insufflation

Die moderne Endoskopie erlaubt einen Einblick in das Innere des Menschen - sei es Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm oder Dickdarm - ohne dass dem Patienten eine Wunde oder Narbe wie bei einem operativen Eingriff zugefügt werden muss.

Dabei kann nicht nur Diagnostik betrieben werden, auch therapeutische Eingriffe sind mit Spezialwerkzeugen über das Gerät möglich. Sogar der gesamte Dünndarm kann mit Spezialendoskopen oder Videokapseln zugänglich gemacht werden.

Aber der Ruf der Magen- und Darmspiegelung (Endoskopie des oberen und unteren Verdauungstraktes) war in der Vergangenheit oft belastet - aufwendige Vorbereitung bei der Darmspiegelung (Koloskopie), schmerzhafte oder zu mindestens unangenehme Untersuchung und gerade bei der Darmspiegelung besteht auch ein Schamgefühl, dass jemanden eher von einer solchen abschrecken lässt.

Und es drängen sich meistens zwei Fragen auf:

  • Was tue ich mir da an?
  • Warum tue ich mir das an?


In den letzten Jahren hat sich bei den endoskopischen Untersuchungen vieles geändert. Einmal wurden die Gerätschaften technisch immer ausgefeilter und in der Bedienung besser - mittlerweile auch mit fantastischen Bildauflösungen der untersuchten Organe auf dem Monitor in teilweise HD-Qualität.

Und vor allem drei Dinge führen zu einer deutlich besseren Akzeptanz als noch vor 10 - 15 Jahren:


  • Verbesserte, weniger belastende Vorbereitung
  • Absolute Schmerzfreiheit durch moderne Schlafmittel (Sedierung)
  • Verminderte Belastung durch Einsatz von schonendem Kohlendioxid (CO2)

Schmerzfreiheit durch Schlafmittel (Sedierung)

Die Sedierung besitzt naturgemäß einen hohen Stellenwert in der gastroenterologisch-endoskopischen Diagnostik und Therapie. Ziel ist es, alle Untersuchungen schmerzfrei durchzuführen, so dass je nach Bedarf eine lokale Betäubung oder eine generelle Sedierung angeboten werden kann.

Die lokale Betäubung ermöglicht eine Schmerzfreiheit bei vollem Bewusstsein, ist jedoch bei manchen Untersuchungen nicht ausreichend. Dagegen führt eine Sedierung zu einer Art Tiefschlaf mit Toleranz und Unempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen.

Die modernen Schlafmittel (Propofol) ermöglichen aufgrund ihrer sehr kurzen Halbwertszeit eine exakte Dosierung und ein extrem rasches, vollständiges Aufwachen nach der Untersuchung. Die leitliniengerechte Durchführung der Sedierung und eine sorgfältige Überwachung der Patienten ist dabei Standard (Ekg, Blutdruckmessung, Sauerstoffsättigungsmessung).

Wohliges Bauchgefühl mit der schonenden CO2-Insufflation

Die Darmspiegelung mit dem medizinischen Gas CO2 (Kohlendioxid) statt mit normaler Raumluft bringt deutliche Vorteile für den Patienten mit sich. CO2 besitzt den Vorzug einer circa 150-fach schnelleren Aufnahme (Resorption) aus dem Darm als die bisherige Raumluft, dieser Effekt beginnt bereits während der Untersuchung.

Das in den Untersuchungen eingesetzte CO2 wird dann rasch und vollständig unbemerkt über die Lunge abgeatmet. Dadurch werden Blähungen und Bauchschmerzen, wie sie bisher unter Verwendung von Raumluft auftreten konnten, nach der Darmspiegelung nahezu vollständig verhindert. Das eingesetzte CO2 ist in zahlreichen medizinischen Studien untersucht worden und hat sich als sicher und effektiv erwiesen. Die CO2-Koloskopie ist hinsichtlich der Patientenzufriedenheit der herkömmlichen Raumluft-Koloskopie deutlich überlegen.

Sinn der Darmkrebsvorsorge

Eine Spiegelung des oberen und unteren Verdauungstraktes (Gastroskopie bzw. Koloskopie) wird einerseits aufgrund von bestimmten Beschwerdebildern wie z. B. Sodbrennen, unklaren Oberbauchschmerzen oder Darmblutungen durchgeführt.


Andererseits ist die Darmspiegelung (bei geringem Komplikationsrisiko durch die Untersuchung selbst) mittlerweile fest verankert als wichtiger Vorsorgeaspekt um Darmkrebs zu verhindern - die zweithäufigste Krebsart bei Frauen und Männern in Deutschland. Dies zeigt sich auch darin, dass die gesetzlichen Kassen die Vorsorgekoloskopie ab dem 55. Lebensjahr empfehlen.


Heutzutage weiß man, dass normalerweise ein bösartiger Tumor im Dickdarm nicht plötzlich entsteht. Er entwickelt sich in den meisten Fällen aus gutartigen Vorstufen, den sogenannten Polypen (Adenomen). Über verschiedene Stufen können so nach 5-15 Jahren auch aus kleinen Polypen bösartige Darmtumore (Darmkrebs, Kolonkarzinom) entstehen. Bei Polypen über 2 cm geht man teils von Krebsanteilen von bis zu 50 % aus.


Gelingt es, diese häufigen Vorstufen im Rahmen einer Darmspiegelung komplett zu entfernen, wird das Risiko einer Darmkrebserkrankung massiv minimiert. Dies zeigen auch die Daten der letzten Jahre - Darmkrebs könnte somit fast komplett vermieden werden. Und die Akzeptanz der Vorsorgekoloskopien in der Bevölkerung wird immer größer.



Gastroenterologie im Josephinum

Gastroenterologie im Josephinum

Beschreibung

Gastroenterologie
  • Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie) inkl. Interventionen (Stent, Bougierung)
  • Darmspiegelung (Koloileoskopie) - mit schonendem C02
  • Atemtests
  • Eigenes Labor
  • Ultraschall (Sonographie) und sonographiegeführte (Leber-)Punktionen einschließlich Fibroscan

Gastroenterologie im Josephinum

Kontakt

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