Von Dr. med. Gerd Ebert, HNO-Facharzt
Schnarchen – mehr als nur laut

Schlaf ist mehr als ein Erschöpfungszustand, bei dem der Mensch das Bewusstsein verliert - Schlaf ist lebenswichtig, ohne Schlaf kann sich der Organismus nicht regenerieren, wer schlecht schläft, spürt dies am nächsten Morgen unter anderem mit Konzentrationsschwäche und Müdigkeit.

Ursache Schnarchen

Hinter Schlafstörungen können verschiedene Ursachen stecken, Schnarchen beispielsweise - insbesondere sehr lautes Schnarchen kann auf eine schwerwiegende Erkrankung hinweisen, etwa das obstruktiveSchlafapnoe-Syndrom. Als Schlafapnoe bezeichnen Mediziner jenen krankhaften Zustand, wenn bei chronischem Schnarchen der Atem stillsteht. Eine Schlafapnoe setzt voraus, dass der Atem für mindestens zehn Sekunden aussetzt, und das mindestens zehn Mal in einer Stunde. Es ist keine Seltenheit, dass diese Erstickungsanfälle bis zu 500 Mal in der Nacht auftreten können.

Parameter ermitteln

Um Gewissheit darüber zu haben, ob tatsächlich eine Schlafapnoe vorliegt, ist neben dem Beschwerdebild des Patienten das Schlafapnoe-Screening von entscheidender Bedeutung. Mithilfe dieses Verfahrens werden verschiedene Parameter wie Sauerstoffsättigung, Atemanstrengung der Brust und Bauchmuskulatur sowie der Atemfluss mit Schnarchereignissen aufgezeichnet, vergleichbar mit einem Langzeit-EKG. Ein Schlafapnoe-Screening kann mit einem entsprechenden Gerät ganz gewöhnlich zu Hause durchgeführt werden.

Atemaussetzer als Kreislauf

In den meisten Fällen sind verengte oder verlegte Atemwege Ursache für die Atemaussetzer, Mediziner sprechen dann von einer obstruktivenSchlafapnoe. Seltener hingegen ist die zentrale Schlafapnoe, hier fehlt den Atemmuskeln kurzzeitig die Anregung vom Gehirn. Bei der obstruktivenSchlafapnoe erhält die Atemmuskulatur zwar den Befehl vom Gehirn, Luft zu holen, doch die Kraft der Muskeln reicht zunächst nicht aus, um Luft durch die blockierten Atemwege zu bekommen. Der Widerstand ist zu groß, dadurch entsteht eine Atempause. Die Folge ist, dass der Körper keinen Sauerstoff erhält, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt zunehmend ab. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich im Gewebe und Blut Kohlenstoffdioxid ansammelt. Als Reaktion auf diesen bedrohlichen Zustand, reagiert der Körper praktisch mit einem Alarm, der Betroffene erwacht und holt plötzlich tief Luft. Die Atmung setzt wieder ein, bis zum nächsten Atemstillstand.

Schlafmaske sichert Luftzufuhr

Die Schlafapnoe lässt sich gut behandeln, vorausgesetzt, die Diagnose, also die Schwere der Erkrankung, ist richtig gestellt. Bei einer leichten Schlafapnoe können schon einfache Maßnahmen dazu beitragen, die Zahl der Atemaussetzer zu verringern: Übergewicht abbauen, zum Beispiel. Auch Alkohol, Rauchen und Schlaftabletten können eine Schlafapnoe begünstigen. Gute Erfolge werden auch mit einer Unterkieferprotrusionsschiene erzielt: Je eine Schiene für Oberkiefer und Unterkiefer, die miteinander verbunden sind, halten den Unterkiefer in Position und verhindern so die Verengung der Atemwege. Ein anderer Weg ist die Elektrostimulation der Zunge, durch die die Muskelspannkraft erhöht wird. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, ist eine Beatmung mit einer speziellen Atemmaske möglich, die sich der Betroffene nachts anlegt. Diese Maske ist an ein Gerät angeschlossen, welches mit leichtem Überdruck Raumluft in Nase und zum Teil auch Mund bläst. Dadurch können die Atemwege nicht zusammenfallen, die Luftzufuhr ist permanent gesichert.

Antischnarch-Operation

Antischnarch-Operationen sind ebenfalls möglich - und dann sinnvoll, wenn beispielsweise vergrößerte Rachenmandeln oder Nasenpolypen die Ursache der Schlafapnoe sind. In diesen Fällen kann eine Operation helfen, die Atemwege zu weiten, verschiedene Operationstechniken, von minimalinvasiv bis größeren Eingriffen unter Vollnarkose, werden dafür eingesetzt. Antischnarch-Operationen werden in den Bereichen der oberen Atemwege durchgeführt, Teile vom Gaumen und Zunge können somit verändert werden.



HNO Praxis Dr. Ebert und Kollegen

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Beschreibung

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  • konservative und operative Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
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