von Priv-Doz. Dr. med. Mark Thalgott
Vasektomie: Sicher Verhüten

Priv.-Doz. Dr. med. Mark Thalgott

(Quelle: Hintergrund: © Celt Studio - stock.adobe.com)

Ist die Familienplanung abgeschlossen, steht jedes Paar vor der Frage: Wie verhüten wir von nun an? Die Sterilisation des Mannes ist mit einem Pearl-Index von 0,1 eine der sichersten Verhütungsmethoden, die es gibt. Der Index gibt an, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr mit dieser Verhütungsmethode durchschnittlich schwanger werden. Etwas besser schneidet nur das Hormonstäbchen für Frauen ab, dessen Wirksamkeit aber spätestens nach drei Jahren nachlässt. Der Vorteil einer Vasektomie, also der männlichen Sterilisation: Sie wirkt für immer – lässt sich aber auf Wunsch manchmal rückgängig machen.

Was ist eine Vasektomie?
Die Vasektomie ist eine kleine, ambulante Operation, um die Zeugungsfähigkeit des Mannes zu unterbinden. Damit das gewährleistet ist, werden beide im Hodensack befindlichen Samenleiter gekappt. So kann zwar keine Samenflüssigkeit mehr die Samenleiter passieren, aber in den Hoden werden weiterhin ganz normal die altersentsprechenden Hormone gebildet. Das bedeutet: Weder das Lustempfinden noch die Fähigkeit zur Erektion werden beeinträchtigt.

Wie läuft der Eingriff ab?
Vor der Operation sollte feststehen: Der Patient ist sicher, dass er sich wirklich sterilisieren lassen möchte. In einem ausführlichen Gespräch klären wir Urologen über den Eingriff, seine Risiken und Konsequenzen auf und führen eine vorbereitende Untersuchung durch. Zum vereinbarten Termin einige Tage später erscheint der Patient in der Praxis. Der kurze Eingriff kann meist problemlos unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Wer die Operation lieber verschlafen möchte, kann sich auch für eine Sedierung entscheiden. Ist das Schmerzempfinden sicher ausgeschaltet, setzen wir ein oder zwei kleine Schnitte am Hodensack, um die Samenleiter freizulegen. Dann wird auf jeder Seite ein zwischen ein und drei Zentimeter langes Stück der Samenleiter entnommen. Die offenen Enden werden verschlossen, die Schnitte im Hodensack ebenfalls. Nach wenigen Minuten ist der Eingriff vorbei, selbst Patienten im Dämmerschlaf werden schon nach 15 bis 30 Minuten wieder wach. Kurz nach dem Eingriff dürfen sich Patienten aus der Praxis abholen lassen, da ihre Fahrtüchtigkeit durch Betäubung oder Sedierung beeinträchtigt sein könnte.

Nach der Operation
Nach der Vasektomie sollten Patienten sich ein bis zwei Tage schonen, schon wenig später können sie wieder sexuell aktiv werden. Durch die OP kann das Ejakulat zunächst mit Blut vermischt sein, das ist kein Grund zur Sorge. In den durchtrennten Samenleitern können sich auch noch Spermien befinden. Und es ist möglich – wenn auch sehr unwahrscheinlich –, dass die Enden der durchtrennten Samenleiter wieder zusammenwachsen. Daher sollte man mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr warten, bis in mehreren, zeitlich versetzten Ejakulatproben keine Samenzellen mehr vorhanden waren.

Ejakulation wird nicht beeinträchtigt
Da im Hodensack weiterhin Spermien produziert werden, sammeln diese sich im sogenannten Samenleiterstumpf, am gekappten Ende des Samenleiters im Hodensack. Dort werden sie vom Körper selbstständig abgebaut. Die Ejakulatflüssigkeit wird in der Prostata gebildet und kann weiterhin ungehindert in gewohnter Menge abgegeben werden. Tritt doch wieder ein Kinderwunsch auf, kann eine Refertilisierung helfen. Besonders gut sind die Chancen, wenn die Vasektomie noch nicht lange zurückliegt.

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