Von Dr. Hannes Wurzer, HNO-Facharzt, Tinnitus-Centrum, Neurostimulator
Therapie des akuten und chronischen Tinnitus

Unter den Begriff "Tinnitus" fallen alle Arten von Ohrensausen, Ohrgeräuschen, Ohrklingeln etc., die nicht von einer äußeren Schallquelle verursacht werden. Der wegen seines subjektiven Charakters schwierig zu messende Tinnitus wird nach seiner Dauer in akut und chronisch oder nach dem Schweregrad (in Deutschland 4 Grade nach Biesinger, TF Göbel und Hiller) eingeteilt.

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Dr. Hannes Wurzer, HNO-Facharzt, Tinnitus-Centrum


Der akute Tinnitus

Beim akuten Tinnitus sind die pathophysiologischen Auslöser zu diagnostizieren: neben den otogen-auditiven Ursachen (die vom harmlosen Cerumenpfropf bis zu Hörsturz und Tumoren reichen) müssen internistische Erkrankungen (z.B. Hypertonus, Urämie), Medikamenten-Nebenwirkungen (Cisplatin e.a.) und die psychovegetativen Auslöser, zu denen HWS und Kausystem einerseits, psychische Faktoren wie Stress, Depression, Angststörungen andererseits zählen (somatoformer Tinnitus), untersucht und berücksichtigt werden. Mit dieser Diagnostik und entsprechend modifizierter Therapie lässt sich in einem hohen Prozentsatz eine Chronifizierung eines Tinnitus verhindern.

Der chronische Tinnitus

Beim chronischen Tinnitus sind zwei Komponenten wesentlich: zum einen fungiert nach den Forschungen der letzten Zeit im auditiven Cortex eine Gruppe hyperaktiver synchroner Neurone als "Tinnitus-Generator", dessen Aktivitäten von den übrigen Hirnarealen fälschlich als Ton interpretiert werden. Zum anderen spielen multiple Hirnareale (Hippocampus, Nucl. reticularis e.a.), die mit Emotionen, Aufmerksamkeitslenkung u.a. assoziiert sind, für die Aufrechterhaltung, Wahrnehmung und Bewertung des Tinnitus (negative Fixation!) eine wesentliche Rolle. Bei der Therapie wird diese Komponente berücksichtigt durch Entspannungs-Übungen (z.B. Muskeltiefenentspannung nach Jacobson, Tai Chi) und gezielte Therapieprogramme (z.B. Tinnitus-Retraining-Therapie), die durch Aufmerksamkeitsumlenkung, Ansprechen anderer Sinnesmodalitäten u.a. den Teufelskreis der negativen Tinnitus-Assoziationen durchbrechen.

Bei einem hyperaktiven synchronen Neuronenverband (siehe oben), der auch bei anderen Erkrankungen wie M. Parkinson, Dystonie, chron. Schmerzsyndrom vorliegt, haben sich Starkreize als wirkungslos erwiesen. Schwache Reize hingegen bewirken eine Umprogrammierung dieser Neuronen. Daher wird beim chronischen Tinnitus auf verschiedenen Wegen eine akustische Neuromodulation versucht.

Erfolgversprechende Verfahren

An Verfahren dafür seien der bekannte TinnitusMasker (Erfolgsquote max. 40%), an aktuelleren, partiell noch nicht validierten Verfahren die "Heidelberger Musik-Therapie", und diverse "Notch"-Therapien wie "Tinni-Track" und "Tinniwell" genannt.

Die Therapie mit den fundiertesten Grundlagen stellt die CR-Neurostimulation (Desyncra for tinnitus) dar: nach Bestimmung der Tinnitusfrequenz des Patienten werden die entsprechenden akustischen Stimulationstöne angepasst. Diese nach einem patentierten Verfahren in Zeit- und Tonfolge variierenden Töne hört der Patient mehrere Stunden täglich mit einem iPod Touch; die hyperaktiven Neuronen normalisieren sich dadurch. Bei 2/3 aller vorher frustran therapierten Tinnitus-Patienten konnte mit dieser Methode eine Besserung des Tinnitus erreicht werden (u.a. Dr. Wurzer, Internat. Tinnintus Kongress Berlin 2014). Mit siebenjähriger Erfahrung zählt die Praxis zu den weltweit führenden und anerkannten Zentren dieser Therapie.

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website von Dr. Hannes Wurzer unter www.tz-prom.de



Tinnitus-Zentrum Wurzer

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