Die Darmspiegelung kann Leben retten

Von Dr. med. Kerstin Dobrikat

Darmkrebs ist eine häufige, aber vermeidbare Krebserkrankung. In Deutschland wird Darmkrebs jährlich bei mehr als 60.000 Menschen diagnostiziert. Damit ist der Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in unserem Land. Durch den medizinischen Fortschritt in den letzten 25 Jahren hat sich die Heilungschance für Menschen mit Darmkrebs deutlich verbessert. Diese positive Entwicklung verdanken wir neuen Behandlungsmethoden, vor allem aber auch der Vorsorge - den etablierten Früherkennungsuntersuchungen. Je früher die Krebserkrankung entdeckt wird, desto höher ist die Chance einer vollständigen Heilung.

Tumore wachsen oft unbemerkt

Weil Darmkrebs in frühen Stadien kaum Schmerzen oder andere Symptome verursacht, wird er ohne Vorsorgeuntersuchungen erst spät erkannt. Oft erst in fortgeschrittenen Stadien treten Symptome wie Bauchschmerzen, Verstopfung oder Blutbeimengungen im Stuhl auf. Komplexe Therapien wie Operationen, medikamentöse Therapien und auch Bestrahlungen können dann erforderlich werden, um den Patienten zu heilen oder seine Beschwerden zu lindern.

Darmkrebs im Frühstadium ist fast immer heilbar!

Die effektivste Methode zur Erkennung von Vorstufen des Tumors ist die Darmspiegelung. Dem tragen auch die gesetzlichen Krankenkassen Rechnung, die die Koloskopie seit Ende 2002 für alle Bürger ab 55 Jahren als Vorsorgeuntersuchung anbieten. Mit einem Endoskop, einem schlauchartigen Instrument mit integrierter Kamera und einer speziellen Beleuchtung, kann der Arzt das Innere des Darmes genau untersuchen. Die Bilder werden auf einen Bildschirm übertragen. Durch Vergrößerungsfunktionen können dabei auch kleinste Veränderungen der Schleimhaut festgestellt werden.

Vorsorge und Heilung in einem

Während der Spiegelung des Darmes können Adenome - sogenannte Polypen - zuverlässig entdeckt und sofort entfernt werden, so dass sich hieraus kein Krebs mehr entwickeln kann. Selbst wenn bereits bösartige Zellen in einem komplett abgetragenen Polypen gefunden werden, sind die Heilungschancen des Patienten sehr gut. Studien am Deutschen Krebsforschungszentrum haben gezeigt, dass das Erkrankungsrisiko durch die Früherkennungskoloskopie deutlich reduziert werden kann. Dennoch scheuen sich viele Patienten, die Untersuchung durchführen zu lassen - zum Beispiel aus Angst vor auftretenden Schmerzen während der Spiegelung. Diese Angst ist jedoch absolut unbegründet.

Schmerzfreie Untersuchung in Sedierung

Die Darmspiegelung muss von niemandem bewusst miterlebt werden. Wenn gewünscht, wird dem Patienten ein Beruhigungsmittel verabreicht, welches die Angst nimmt und zu einer Art Dämmerzustand führt. Von der Untersuchung selbst bemerkt der Patient dann nichts, sie verläuft schmerzfrei. Um eine unangenehme Überblähung und damit verbundene Schmerzen nach der Untersuchung zu verhindern, kann zur Entfaltung des Darmes anstelle von Raumluft CO2 (Kohlendioxid) eingesetzt werden, welches vom Darm rasch resorbiert und dann über die Lungen abgeatmet wird. Leider ist es nicht möglich, die Darmschleimhaut ohne eine entsprechende Vorbereitung zu untersuchen. So muss eine Abführlösung getrunken werden, um die erforderliche Reinigung des Darmes zu gewährleisten. Der Geschmack der Lösung und die einzunehmende Menge sind jedoch ebenfalls in den letzten Jahren angepasst worden, um dem Patienten die Vorbereitung zu erleichtern.

Prävention von Darmkrebs

Durch einen gesunden Lebensstil kann jeder selbst dazu beitragen, sein persönliches Darmkrebsrisiko zu senken. Eine gesunde Ernährung, obst- und gemüsereiche Kost, Reduktion des Fleischkonsums und die Aufnahme von Ballaststoffen reduzieren das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Durch Vermeidung von Übergewicht, körperliche Bewegung und den Verzicht auf Alkohol und Nikotin können Sie Ihr Erkrankungsrisiko weiter senken. Die Darmspiegelung hat sich als sinnvolle Vorsorgeuntersuchung etabliert. Insbesondere Angehörige von an Darmkrebs erkrankten Patienten sollten mit ihrem Arzt besprechen, in welchem Alter mit der Vorsorgeuntersuchung begonnen werden muss.



Dr. Dobrikat Gastroenterologie im Zentrum

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