Von Prof. Dr. med. Bernhard Zrenner – Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Kardiologie
Herz aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen erkennen und behandeln

Es schlägt Tag und Nacht, ohne Pause: Mit rund drei Milliarden Schlägen im Laufe eines Lebens leistet unser Herz Beeindruckendes! Den Takt für den Herzschlag erzeugt der Sinusknoten, der im oberen Bereich des rechten Herzvorhofs (Atrium) liegt: Durch elektrische Aktivität bewirkt er ein Zusammenziehen des Herzmuskels und löst damit eine Pulswelle aus. Über die Wände der Vorhöfe gelangt die Pulswelle zum Atrio-Ventrikular-Knoten (AV-Knoten) und wandert weiter über Leitungsbahnen wie His-Bündel und Purkinje-Fasern in die Muskulatur des Herzens.

Ein gesundes Herz schlägt regelmäßig zwischen 60- und 80-mal pro Minute. Mit Einfluss des autonomen Nervensystems passt der Sinusknoten die Herzfrequenz der körperlichen Aktivität an: Bei Anstrengung bewirkt er eine Steigerung des Pulses, im Schlaf eine Verlangsamung.

Formen und Auslöser von Herzrhythmusstörungen

Der Herzschlag kann aus dem Takt geraten: Ist die Herzfrequenz dauerhaft unregelmäßig (Arrhythmie), zu langsam (Bradykardie) oder zu schnell (Tachykardie), spricht man von Herzrhythmusstörungen.

Auslöser für solche Veränderungen können Bluthochdruck, ein Herzinfarkt, die koronare Herzkrankheit (KHK), Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien), Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) oder ein angeborener Herzfehler sein.

Doch nicht jede Unregelmäßigkeit des Herzschlags weist auf eine Rhythmusstörung des Herzens hin: Vereinzelte Extraschläge können auch bei Aufregung oder nach einer Tasse Kaffee auftreten.

Anzeichen für Herzrhythmusstörungen

Verspürt der Mensch Symptome wie Schwindel, Ohnmachtsanfälle, Unruhe, ein deutlich wahrnehmbares Herzpochen, ein "Stolpern" oder ein Druckgefühl in der Brust, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung, da diese Hinweise für Herzrhythmusstörungen sein können.

Um zu prüfen, ob eine Störung des Herzrhythmus vorliegt, wird ein Elektrokardiogramm (EKG) geschrieben, welches alle Aktivitäten des Herzens aufzeichnet. Gibt es Anzeichen auf Veränderungen, erfolgt die weitere Diagnostik und Therapie durch Spezialisten für Herzrhythmusstörungen, nämlich Elektrophysiologen.

Therapie von Herzrhythmusstörungen

Am LAKUMED Krankenhaus Landshut-Achdorf werden elektrophysiologische Untersuchungen in enger Abstimmung zwischen Hausärzten, Kardiologen und spezialisierten Elektrophysiologen durchgeführt. Ziel ist es, durch umfassende Diagnostik die für den Patienten am besten geeignete individuelle Therapie zu finden.

Je nach Art der Rhythmusstörung und dem Gesamtbild des Patienten stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Auswahl:

Kardioversion und Defibrillation
Bei Kammerflattern, Kammerflimmern und ventrikulären Tachykardien kann im Rahmen einer Notfallbehandlung eine Kardioversion durchgeführt werden. Dabei unterbricht ein Stromstoß die elektrischen Aktivitäten im Herzen und ermöglicht einen vom Sinusknoten ausgehenden Neubeginn. Wenn Medikamente das Herz bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern nicht normalisieren können, kommt ebenfalls eine elektrische Kardioversion in Frage.

Heilung mit Katheterbehandlung
Bei Herzrasen, Vorhofflattern oder Rhythmusstörungen der Herzkammern kann über einen Herzkatheter eine Ablation mit Hitze (Hochfrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation) durchgeführt werden. Dabei wird das Gewebe, das als Ausgangspunkt der Rhythmusstörung ermittelt wurde, verödet, so dass es keine Erregung mehr bildet oder leitet. Für den Eingriff werden am Krankenhaus Landshut-Achdorf ausschließlich fabrikneue Elektrodenkatheter verwendet - keine resterilisierten, schon bei anderen Patienten genutzten Systeme. Die Behandlung führen erfahrene Spezialisten durch, die von der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) zertifiziert sind.

Für den Eingriff steht ein eigener Raum zur Verfügung, der mit zwei verschiedenen dreidimensionalen Mapping-Systemen zur Kartographie von Rhythmusstörungen ausgestattet ist.

Implantation von Schrittmacher oder Defibrillator
Sind Symptome wie Schwindel, Leistungsminderung und Ohnmacht auf einen zu langsamen oder ganz aussetzenden Herzschlag zurückzuführen, ist oftmals die Implantation eines Herzschrittmachers nötig. Der Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt wird und bei Bedarf elektrische Impulse an das Herz sendet.

Bei bestimmten Herzerkrankungen oder einer erheblichen Pumpschwäche der linken Herzkammer empfiehlt sich der Einbau eines Defibrillators (ICD). Dieser erzeugt bei Kammerflimmern einen Stromstoß, der das Herz wieder in Gang setzen soll und damit einen plötzlichen Herztod verhindert.

Da Menschen mit herkömmlichen Schrittmachersystemen nur unter bestimmten Voraussetzungen kernspintomographische Untersuchungen in Anspruch nehmen dürfen, werden am Krankenhaus Landshut-Achdorf nur MRT-taugliche Herzschrittmacher und Sonden implantiert. Dadurch eröffnet sich unseren Patienten die Möglichkeit, im Bedarfsfall dieses Bildgebungsverfahren in Anspruch nehmen zu können.

KONTAKT

Krankenhaus Landshut-Achdorf
Klinik für Kardiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin
Chefarzt Prof. Dr. Bernhard Zrenner
Achdorfer Weg 3
84036 Landshut
Telefon: +49 (0)871 4042781
www.lakumed.de

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