Von Eva Radivojevic, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Verkehrsrecht
Versicherungsrecht - Ein Rechtsgebiet, das von der Rechtsprechung geprägt wird

Das Versicherungsrecht wurde in den vergangenen Jahrzehnten von der Rechtsprechung geformt, so dass viele entscheidende Fragen nicht durch einen Blick in das Gesetz beantwortet werden konnten, sondern detaillierte Kenntnisse der höchstrichterlichen Rechtsprechung unabdingbar waren, um Sachverhalte zutreffend beurteilen zu können. Als im Jahr 2008 das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) reformiert wurde, übernahm der Gesetzgeber einen Teil dieser anzuwendenden Rechtsprechung auch in den Gesetzestext. Trotz dieser Reform sind auch heute noch viele Fragen aus dem Versicherungsrecht nur dann zutreffend zu beantworten, wenn man die aktuelle Rechtsprechung kennt und nicht etwa nur durch den "Blick ins Gesetz".

Juristischer Beistand ist sinnvoll

Viele Menschen haben heute eine Kaskoversicherung für ihr Fahrzeug. Der erhebliche Schaden am eigenen Fahrzeug aufgrund eines Reifenplatzers auf der Autobahn und der darauf folgenden Kollision mit der Leitplanke oder einem anderen Fahrzeug wird von manchem Versicherer gerne als nicht versicherter sogenannter "Betriebsschaden" abgewiesen, und der Versicherte soll auf seinem Fahrzeugschaden sitzen bleiben. Dies hält allerdings nicht immer einer rechtlichen Prüfung stand und sollte im Einzelfall von einem Anwalt überprüft werden.

Der Kaskoversicherer zahlt in einem anderen Fall nur einen Teil der Reparaturkosten am versicherten Fahrzeug und meint, die restlichen Reparaturkosten seien "zu hoch". Bislang wurde der Versicherte - bevor er gerichtlich gegen die eigene Versicherung vorgehen durfte - auf ein oft kostspieliges Sachverständigenverfahren nach den Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherungen - den AGB des Versicherungsvertrags - verwiesen. Dieses Sachverständigenverfahren wurde meist nicht von den Rechtsschutzversicherungen bezahlt und lohnte sich aufgrund der damit verbundenen Kosten oft nicht für den Versicherten, da die nicht übernommenen Reparaturkosten für das Fahrzeug deutlich niedriger als die Kosten für das Sachverständigenverfahren waren. Als Ergebnis blieb der Versicherte, der doch seit Jahren seine Prämien für die Kaskoversicherung immer pünktlich bezahlt hatte, auf einem Teil der Reparaturkosten sitzen. Einer Gesetzesänderung im Jahr 2016 zufolge dürften sich Versicherer wohl nicht mehr so einfach auf dieses Sachverständigenverfahren berufen können.

Arglistige Täuschung

Auch in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung stellen sich manche Versicherungen bei Eintritt des Versicherungsfalls und Geltendmachung von Leistungen aus der vor vielen Jahren abgeschlossenen Versicherung erstmals auf den Standpunkt, sie seien bei Beantragung der Versicherung vor Jahren "arglistig getäuscht" worden über angeblich relevante Vorerkrankungen des Versicherten. Als Folge hiervon lehnen Versicherungen sodann Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung ab, fechten den Vertrag an und behalten jedoch die zuvor jahrelang - vermeintlich vergeblich - bezahlten Prämien ein.

Leistungen aus der privaten Krankenversicherung sind ebenfalls nicht immer ohne qualifizierten anwaltlichen Beistand zu erreichen. Handelte es sich wirklich um eine Heilbehandlung, die nicht der Schulmedizin zuzuordnen ist, keinen wissenschaftlichen Ansatz erkennen ließ und somit von der Krankenversicherung nicht übernommen werden muss, oder handelte es sich doch um mitversicherte Leistungen zur medizinischen Behandlung, die zu erstatten sind?
Die Überschneidungen des Versicherungsrechts mit dem Verkehrsrecht werden aus diesen Beispielen deutlich, da bei einem Verkehrsunfall oft nicht nur "Blechschaden" entsteht, sondern sich auch aus erlittenen Verletzungen Folgeprobleme ergeben können, bei denen der Anwalt dann ebenfalls Hilfestellung geben kann.

Finanzielle Vorteile

Es gibt eine Vielzahl von Konstellationen im Versicherungsrecht, bei denen die Hinzuziehung eines Anwalts zur Überprüfung des Sachverhalts nicht nur sinnvoll sein dürfte, sondern sich für den Versicherten auch finanziell deutlich zu seinen Gunsten auswirken könnte. Bevor ein Versicherter daher eine negative Entscheidung seines Versicherers einfach hinnimmt, sollte der Versicherungsrechtler um eine Beurteilung gebeten werden.



Rechtsanwältin Eva Radivojevic

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