Von Zahnärztin und Spezialistin für Endodontie Dr. Ute Sondermeier
Erhalten geht vor entfernen

Dr. Ute Sondermeier 

(Quelle: © Christian Hartlmaier)

In unserer Gesellschaft nimmt die Erhaltung der eigenen Zähne bis ins hohe Alter einen hohen Stellenwert ein. Ein wichtiger Erfolgsfaktor kann dabei eine qualitativ hochwertige Wurzelkanalbehandlung sein. Durchgeführt durch einen Spezialisten können damit auch scheinbar hoffnungslose Fälle gerettet und über lange Jahre erhalten werden. Gerade im Bereich der Zahnwurzel spielen sich häufig entzündliche Prozesse ab, die lange Zeit unbemerkt bleiben können. Bis dann oftmals starke Schmerzen einsetzen, häufig verbunden mit einer Schwellung der Wange. Die Entzündung kann jedoch auch unbemerkt verlaufen und ist als Zufallsbefund nur auf dem Röntgenbild zu erkennen. Mal abgesehen von den Schmerzen, die ein entzündeter Nerv oftmals mit sich bringt, ist es für den Organismus nie gut, wenn irgendwo eine Entzündung vorhanden ist.

Zur Rettung des Zahnes ist dann eine Wurzelkanalbehandlung nötig. Dabei wird der entzündete Zahnnerv (Pulpa) entfernt und die infizierten Bereiche in der Zahnwurzel werden gereinigt. Wenn dies gut funktioniert, heilt der Entzündungsherd im Knochen in der Regel von selbst aus. Diese Behandlung sollte aber idealerweise von einem Spezialisten durchgeführt werden, der unter einem Mikroskop arbeitet. Es ist sehr wichtig, möglichst viel vom infizierten Gewebe zu entfernen. Unter direkter Sicht ist dies viel effektiver und gründlicher möglich.
Auch die Kanalanatomie spielt eine wichtige Rolle: Zähne im Seitenzahnbereich (Molaren) können zwei bis sechs Wurzelkanäle haben. Für den Heilungsprozess ist es dann logischerweise ausschlaggebend, ob alle vorhandenen Kanäle erkannt und auch behandelt wurden.
Wenn alte Wurzelbehandlungen nicht optimal ausgeführt wurden, gibt es früher oder später häufig erneut Beschwerden. Dies kann manchmal sogar erst Jahre später sein. Dann ist auf dem Röntgenbild im Laufe der Jahre ein zunehmend vergrößerter Entzündungsherd sichtbar. In diesem Falle muss der Zahn nochmals nachbehandelt werden, auch wenn der Patient selbst noch keine Beschwerden verspürt. Ansonsten schreitet die Entzündung immer weiter voran.

Immerhin sind die Erfolgsquoten der Wurzelkanalbehandlung durch einen Spezialisten so hoch, dass man inzwischen eigentlich kaum noch Wurzelspitzenresektionen – dabei wird operativ von außen die Wurzelspitze entfernt – vornehmen lassen muss. Es ist auch nicht erfolgversprechend, bei einem Zahn, der möglicherweise einen zusätzlichen, nicht behandelten Kanal hat oder bei dem durch eine unzureichende Reinigung zu viele Bakterien im Wurzelkanal verblieben sind, nur die Wurzelspitze abzutrennen, da man auf diese Weise nicht die Bakterien beseitigt. Genau das ist jedoch das Wichtigste, um eine Entzündung in diesem Bereich zu stoppen.

Als diplomierte Spezialistin für Endodontie (DGET) verfüge ich über jahrelange Erfahrung, um komplexe Wurzelkanäle behandeln zu können und diese Zähne damit langfristig zu erhalten. Unsere Praxis ist mit einem OP-Mikroskop ausgestattet, welches mich unter einer hohen Vergrößerung arbeiten lässt. Oftmals wird mir die Frage gestellt, wie gut denn generell Wurzelkanalbehandlungen funktionieren. Da ist es wichtig zu wissen, dass sich in diesem Bereich in den letzten 20 Jahren richtig viel getan hat. Ein Meilenstein war die Einführung des Mikroskops, unter dem ein spezialisierter Zahnarzt die Behandlung durchführt. Durch die starke Vergrößerung und die Ausleuchtung im normalerweise dunklen Wurzelkanal können auch kleine Verästelungen und Aufzweigungen erkannt werden. Es gibt auch innerhalb einer Wurzel mehrere Wurzelkanäle, die so gefunden und behandelt werden können. Früher wurden diese oft übersehen und der Misserfolg war vorprogrammiert.

Für die genaue Diagnostik und Planung der Behandlung ist die Einführung des DVTs (dreidimensionales Röntgen) ebenfalls ein enormer Fortschritt. Das DVT nutzen wir bei uns in der Praxis auch zur Implantatplanung. Man kann den Zahn von allen Seiten anschauen und kann damit sowohl eine realistischere Erfolgsprognose abgeben, als auch die Behandlung strategisch planen. Wenn man vorher weiß, dass der Zahn statt drei Kanälen fünf hat, ist das Zeitmanagement für die Behandlung genauer und auch für den Patienten besser zu planen.

Mit diesen moderneren Materialien und Techniken ist es häufig möglich, misslungene Behandlungen zu korrigieren, die früher den Zahn zur Extraktion verurteilt hätten, wie beispielsweise die Entfernung einer abgebrochen Wurzelkanalfeile oder Perforationsdeckungen, die früher relativ häufig unbemerkt verursacht wurden.

Wie bereits erwähnt, gibt es auch Entzündungen, die unbemerkt verlaufen und kaum Beschwerden machen. Es ist jedoch so, dass sich zunächst die Bakterien vor allem in den verzweigten Hohlräumen in den Wurzeln befinden. Nach unten zum Knochen hin ist die Wurzelspitze allerdings offen. Deshalb greift eine unbehandelte Entzündung über kurz oder lang auch auf das Knochenmark über. Von dort aus können dann Bakterien – und ebenso die entzündungsfördernden Botenstoffe – in den Körper gelangen. Zudem ist mit der Auflösung des entzündeten Knochens um die Wurzelspitze natürlich immer auch eine hohe Belastung für das Immunsystem verbunden. Dadurch wird es geschwächt und man wird anfällig für Erkrankungen.

Daher ist es sehr wichtig, dass man regelmäßig seine Kontrolltermine beim Zahnarzt wahrnimmt. Somit ist gewährleistet, dass sich anbahnende Entzündungen rasch erkannt und behandelt werden können. Es macht einen enormen Unterschied im Heilungserfolg, ob eine beginnende oder ob eine fortgeschrittene Entzündung im Kieferknochen behandelt werden muss. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen ebenso wie Röntgenbilder sehr wichtig für die Diagnostik. Die Röntgentrahlenbelastung ist bei den digitalen Geräten, die üblicherweise heute in modernen Praxen zum Einsatz kommen, auf ein Minimum reduziert. Daher muss man sich keine Sorgen machen, wenn der Zahnarzt für eine sichere Diagnose zu einer Röntgenuntersuchung rät.

Zur Rekonstruktion der behandelten Zähne stehen heute verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die sowohl funktionell als auch ästhetisch sehr langlebig sind. Insbesondere indirekte Keramik- als auch direkte Kompositversorgungen haben hier massiv an Bedeutung gewonnen. Ebenfalls ein enormer Fortschritt ist der digitale Zahnersatz, der mittels intraoralem Scan und einer Art 3-D-Drucker schnell und sehr viel komfortabler für den Patienten hergestellt werden kann. Wir Ärzte in der Zahnarztpraxis „Zähne im Zentrum“ beraten Sie gerne zu allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.

Zahnärztin und Spezialistin für Endodontie (4 Einträge)

 


Zähne im Zentrum MVZ GmbH

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  • konservierende Zahnheilkunde 
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