Von Dr. med. vet. Claudius Krieg
Der Pferdekörper im Einklang

Pferde sind Fluchttiere. Das bedeutet: Sie reagieren sehr sensibel auf ihre Umwelt. Dementsprechend sensibel ist auch der Pferdekörper. Folgen von Traumata, wie Stürzen und Unfällen, Krankheiten und Fehlbelastungen zeigen sich beim Pferd schnell. Sie wirken sich oft auf einen Teil des Tierkörpers aus. Doch hier darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Körper eine Einheit bildet. Ist ein Teil des Pferdekörpers betroffen, betrifft dies auch das ganze System.

Integrative Therapie für Langzeiterfolge

In der Praxis erleben es integrativ arbeitende Veterinäre sehr häufig, dass die Therapie zum Beispiel bei Lahmheiten – nach der klassischen orthopädischen Untersuchung und Diagnose – ausschließlich mit schulmedizinischem Wissen erfolgt. Gelenkinjektionen oder gar eine chirurgische Therapie beseitigen die Lahmheit – Folgeprobleme, die aber aus dieser Schwäche resultieren und den gesamten Pferdekörper beeinträchtigen und aus dem Gleichgewicht bringen, werden dadurch nicht therapiert. Hier sollte man auf integrative Techniken setzen, um das Pferd wieder zu stabilisieren und den Pferdekörper und das Wesen des Tieres in Einklang zu bringen.

Blockaden sanft lösen

Wenn der Tierbesitzer eine Asymmetrie, eine Fehlhaltung und eine schlechte Performance bei seinem Pferd feststellt, dann kann die Cranio-Sacral-Therapie eingesetzt werden. Der lateinische Begriff heißt übersetzt Schädel-Kreuzbein-Therapie. Der Schädel und das Kreuzbein markieren die zwei Punkte, zwischen denen sich die Wirbelsäule erstreckt. Und das ist der Ansatzort der Therapie. Fehlbelastungen manifestieren sich im cranio-sacralen System und setzen sich in den Körper, etwa in die neurologische Steuerung der Muskeln, fort. So entstehen, neben vielen anderen Symptomen, zum Beispiel Blockaden in Bereichen wie dem Becken oder den Gliedmaßen. Ursprung und Grundlage der Cranio- Sacral-Therapie ist die Beobachtung, dass die Gehirn- Rückenmarksflüssigkeit – der Liquor cerebrospinalis – rhythmisch vom Gehirn aus durch die Wirbelsäule pulsiert. Ist dieser sogenannte primär respiratorische Mechanismus gestört, zum Beispiel unregelmäßig, wird dies auf den gesamten Körper des Pferdes übertragen und störende Auswirkungen haben. Der Therapeut erfühlt den Liquorpuls über ganz sanften Kontakt mit den Handflächen. Ziel ist es, den Liquor sich wieder frei und rhythmisch bewegen zu lassen, wenn der Fluss gestört ist, und das Pferd in einen gesunden, leistungsbereiten Zustand zu versetzen. Der Therapeut versucht gleichsam, sich in den gestörten Liquorpuls „einzuklinken“ und dem Pferd anzubieten, sich an ihm als Menschen auszurichten. So wird eine Normalisierung des Pulses durch die Selbstregulation erreicht. Der primär respiratorische Rhythmus wird so ins Gleichgewicht gebracht. Störungen beim Tier werden beseitigt.

Der Muskeltest bringt Klarheit

Eine weitere integrative Form der Untersuchung und Behandlung von Pferden ist die Angewandte Kinesiologie. Grundlage ist die Beobachtung, dass sich gesundheitliche Störungen als Schwächen in bestimmten Muskelgruppen manifestieren. Therapeuten arbeiten also hier mit Muskeltests. Ungleichgewichte und Fehlfunktionen von Körper, Geist und Seele werden durch dieses Biofeedback- System erkannt. Der Muskeltest erfolgt folgendermaßen: Der Therapeut nimmt eine Hilfsperson (Surrogat) hinzu und testet bei ihr einen Indikatormuskel oder er testet einen eigenen Muskel, zum Beispiel an den Fingern als autokinesiologische Testung. Der Ort des Stresses oder der Störung im Pferdekörper wird dann durch sogenannte Therapielokalisation oder Challenge aufgesucht. Mit dem Druck auf den Indikator- Muskel verspürt der Kinesiologe währenddessen, ob der Muskel gespannt bleibt oder eine kurze Reaktion, ein Nachgeben, zu ertasten ist. Stress, der sich durch diese Challenge auf das Tier legt, zeigt sich durch diese kurze Erstreaktion, die durch das autonome Nervensystem gesteuert wird. Der Muskel wird in diesem Fall von seinem Nerv nicht richtig angesprochen.

Es liegt auf der Hand, dass hier eine enge Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Tier stattfinden muss. Der Therapeut kennt die Technik, die Störungen, die sich beim Tier manifestiert haben, zu entdecken. Ist die Schwachstelle gefunden, kann mit Chiropraktik, Osteopathie oder Akupunktur die Funktion von Nerv und Muskel beim Pferd wiederhergestellt werden. Die chiropraktischen und osteopathischen Manipulationen werden auf Basis der kinesiologischen Untersuchung exakt auf die Bedürfnisse des Körpers abgestimmt und die Behandlung ist um ein Vielfaches wirkungsvoller, sanfter und anhaltender. Damit wird der Körper entlastet und findet wieder zum Einklang.

Vorteil alternativmedizinischer Verfahren

Ein Vorteil dieser alternativmedizinischen Diagnose- und Therapieverfahren – der Cranio-Sacral-Therapie und der Angewandten Kinesiologie – ist, dass hier ganzheitlich durch den geschulten Tiermediziner gearbeitet wird. Die Verfahren setzen nicht nur primär an einem geschwächten Körperteil des Pferdes an. Mit den alternativ- medizinischen Verfahren sieht der Therapeut das Pferd, seine Bedürfnisse, seine Schwäche und sein Wesen als eine Einheit. Nur wenn das Pferd wieder in Gänze im Einklang ist, stimmt die Performance, Krankheitszeichen – wie Schmerzen und Schonhaltungen – verschwinden und das vormals kranke Pferd wird wieder physisch und psychisch stabil.

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Beschreibung

Leistungsspektrum:
  • Chiropraktik
  • Akupunktur
  • Cranio-Sacral-Therapie
  • Angewandte Kinesiologie
  • Schulmedizinische Leistungen

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