Von Dr. med. Mahmud Samani
Neue Gelenke für ein bewegtes Leben

Unsere Gelenke sind jeden Tag starken Belastungen ausgesetzt. Mehrere hundert Kilogramm muss zum Beispiel ein Kniegelenk aushalten, wenn wir laufen oder springen. Übergewicht macht die Belastung noch größer. Dieser starken Beanspruchung sind nicht alle Gelenke gewachsen. Sie machen sich mit starken Schmerzen bemerkbar. 

Wenn viel Sport und alle konservativen Therapien dagegen nicht mehr helfen, kann die Endoprothetik auch betagten Patienten wieder zu einem schmerzfreien und bewegten Leben verhelfen. Das geschädigte Gelenk wird durch ein künstliches ersetzt. Viele Arthrose-Patienten haben Angst, zu früh ein künstliches Gelenk eingesetzt zu bekommen und dieses später noch einmal austauschen zu müssen. Aber Endoprothesen werden immer besser. Laut einer aktuellen Studie funktionieren die meisten noch 25 Jahre nach ihrer Implantation – bei Knieprothese zum Beispiel 78 Prozent.

Schulter

Bilder: decade3d – stock.adobe.com

Von all unseren Gelenken ist die Schulter das beweglichste. Wenn sie schmerzt, schränkt das die Lebensqualität stark ein. Vor allem in Fällen fortgeschrittener Arthrose führt oft kein Weg an einer Endoprothese vorbei. Die modernen Implantate verbessern die Beweglichkeit des Gelenks und verringern die Schmerzen.

Wann der richtige Zeitpunkt für das künstliche Gelenk gekommen ist, hängt von den Schmerzen des Patienten ab. Allerdings sollte man nicht zu lange warten: Haben sich durch die Schonhaltung die Muskeln und Sehnen schon zu sehr versteift und zurückgebildet, kann die Schulterprothese nach der Operation unter Umständen nicht optimal bewegt werden, denn auch sie wird von den selben Muskeln und Sehnen gehalten und aktiviert. Auch die Knochen, an denen die Prothese befestigt werden soll, müssen noch intakt sein. Sind diese durch Osteoporose oder Osteonekrose bereits instabil, würde auch das künstliche Gelenk nicht halten.

Je nach Erkrankung und Schädigungsgrad des Gelenks kommen verschiedene Prothesentypen infrage. Hier entscheide ich auf Grundlage präziser Diagnostik und nach einem ausführlichen Beratungsgespräch gemeinsam mit dem Patienten, welche Variante zu ihm passt.

In der ein bis zwei Stunden dauernden Operation unter Teil- oder Vollnarkose löse ich vorsichtig die Muskeln und Sehnen vom Schultergelenk. Je nach Prothesenart wird ein Teil der körpereigenen Knochensubstanz entfernt und das Kunstgelenk eingesetzt. Bei Totalendoprothesen des Schultergelenks verankere ich das neue Gelenk mit einem Schaft im Oberarmknochen. Die Rotatorenmanschette wird wieder angenäht, Muskeln und Haut verschlossen. Schon ab dem ersten Tag nach der Operation sollten Patienten mit einer speziellen Krankengymnastik beginnen, damit das neue Gelenk möglichst beweglich wird.

Hüfte

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Vor gut 80 Jahren wurde das erste Mal ein künstliches Hüftgelenk implantiert. Das Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Becken ist wie das Kniegelenk starken Belastungen ausgesetzt. Weil wir heute länger leben denn je und auch im Alter noch aktiv sein möchten, werden jedes Jahr rund 200.000 künstliche Hüftgelenke, bestehend aus Hüftschaft, Kugelkopf, Pfanneneinsatz und Hüftpfanne, in Deutschland implantiert.

Dabei gibt es nicht „das eine“ künstliche Hüftgelenk. Für die Auswahl des Prothesen-Typs spielen Faktoren wie Alter und Geschlecht, Größe, Knochenstruktur, gesundheitliche Situation und die Belastung im Alltag eine Rolle. 

In meiner Praxis verwende ich nur Prothesen, die aktuellsten medizinischen Ansprüchen genügen und deren Tauglichkeit in seriösen Studien belegt ist.

Beim dem Eingriff in Teil- oder Vollnarkose, ist es mir wichtig, so viel natürliches Knochenmaterial wie irgend möglich zu erhalten. Der Schaft der Endoprothese wird in den Oberschenkelknochen entweder eingepresst oder darin mit Zement verankert. Die gegenüberliegende künstliche Hüftpfanne kann zementiert, eingepresst oder geschraubt werden.

Damit das neue Gelenk vom Körper optimal angenommen wird, bestehen seine einzelnen Teile aus besonders langlebigen, biokompatiblen Materialien wie Kobalt-Chrom-Legierungen und Titanlegierungen. Kugelkopf und Pfanneneinsatz aus Metall, Keramik oder Kunststoff zeichnen sich durch hohe Gleitfähigkeit und damit geringen Abrieb aus. Dank minimal-invasiver Operationstechniken werden Muskeln und Sehnen geschont und der Patient kann schon bald nach der Operation mit der Rehabilitation beginnen. 

Knie

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Die Abnutzung des Gelenks (Arthrose) ist auch beim Knie die häufigste Ursache für die Entscheidung zum künstlichen Kniegelenk. Aber auch Entzündungen oder Unfälle können das Kniegelenk irreversibel zerstören. Je nach Ausmaß des Schadens können Betroffene durch Implantation einer Knieteilprothese oder Knietotalendoprothese ihre Beweglichkeit wiederherstellen und wieder schmerzfrei laufen. Besonders für junge Menschen ist die Teilprothese eine Option, denn sie kann die Notwendigkeit einer Vollprothese bis zu 20 Jahre hinauszögern und es bleiben die noch gesunden, körpereigenen Knorpelteile bestehen.

Selbst bei Vollprothesen des Knies ist das Design in den vergangenen Jahren so viel besser geworden, dass deutlich mehr gesunde Bereiche des Gelenks trotz Implantation erhalten bleiben. Nur die beschädigte Knorpelfläche des Gelenks wird entfernt und durch die Prothese ersetzt. Muskeln, Bänder und der natürliche Bewegungsfluss bleiben erhalten. Durch maßgefertigte, kleinstmögliche Implantate für jeden Patienten können wir viel körpereigenes Gewebe erhalten und ermöglichen annähernd natürliche Bewegungsabläufe. Wie auch bei Hüfte und Schulter dauert die Implantation eines neuen Kniegelenks ein bis zwei Stunden und kann sowohl in einer offenen Operation als auch minimal-invasiv eingesetzt werden. Minimal-invasive Eingriffe haben den Vorteil kleinerer Schnitte und Narben. Die Patienten verlieren weniger Blut, haben weniger Schmerzen und sind schneller wieder auf den Beinen. Die Methode ist jedoch nicht für alle geeignet. Patienten mit starkem Übergewicht, hohem Thromboserisiko, Vorerkrankungen oder verformten Knochen sollten sich besser für die offene Operation entscheiden, da für sie bei einem minimal-invasiven Eingriff ein erhöhtes Komplikations-Risiko besteht.

Für alle endoprothetischen Eingriffe gilt: Sie sind zwar risikoarm, aber nicht risikofrei. Daher führe ich mit jedem Patienten vor der Entscheidung zur Operation und vor der OP eingehende Aufklärungsgespräche. 

Und Sie können sicher sein: Ich rate erst dann zum Gelenkersatz, wenn die konservativen Behandlungsmöglichkeiten sowie gelenkerhaltende Optionen ausgeschöpft sind. 



Orthopädie Eichstätt – Dr. med. Mahmud Samani

Orthopädie Eichstätt – Dr. med. Mahmud Samani

Beschreibung

  • Chirotherapie 
  • Stoßwellentherapie
  • Akupunktur
  • Schröpftherapie 
  • Kinesiologisches Taping 


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