Von Markus Frank
Die Bedeutung der Faszien in der Physiotherapie

Ein erwachsener Mensch hat durchschnittlich circa 216 Knochen, 656 Muskeln, 90.000 Kilometer Venen, Arterien und Kapillargefäße. Ein solches Konstrukt bedarf stabilisierender Strukturen, die dem Körper Form und Funktionalität verleihen.

Wie würde sich nun ein Körper isoliert und ohne ein Fasziensystem gestalten? Man müsste feststellen, dass sich der Körper als instabile und haltlose Masse mit wenigen festen Bestandteilen entpuppt.

Seit einigen Jahren ist der Begriff "Faszie" in aller Munde. Was versteht man also darunter?

Stellen Sie sich eine saftige Grapefruit vor und halbieren Sie diese mit einem scharfen Messer. Sie sehen nun einige große Kammern mit Fruchtfleisch, welche sich in weitere, immer kleiner werdende Kompartimente unterteilen. Die weiße Schicht zwischen Schale und Fruchtfleisch, sowie die dünnen Häutchen der einzelnen Kammern, verleihen der Frucht ihre Form und nötige Stabilität.

Ähnlich und stark vereinfacht ist dieses Prinzip auch auf den Menschen übertragbar. Der Laie kann den Begriff der Faszie im Allgemeinen mit "Bindegewebe" gleichsetzen - eine ohne Anfang und Ende im Körper vorhandene Struktur, welche in erster Linie für die Stabilität des Organismus sorgt. Jedoch, wie man heute weiß, erfüllen Faszien weitere fundamental wichtige Aufgaben.

Diese bestehen in der Speicherung und federartigen Abgabe von Energie sowie der Umhüllung verschiedener Strukturen wie Muskeln, Sehnen, Organen und Nerven, um eine optimale Gleitfähigkeit gegeneinander zu garantieren und dafür zu sorgen, eine für den Körper ökonomische Bewegung auszuführen.

Außerdem spielen Faszien eine große Rolle bei vielen Stoffwechselvorgängen und transportieren in Zusammenarbeit mit den Lymphgefäßen Abfallprodukte aus dem Gewebe.

Das gesamte Fasziennetz ist mit sympathischen Nervenendungen durchsetzt. Sie geben uns unter anderem Informationen über Spannungen im Körper und Stellungen verschiedener Gliedmaßen.

Folglich hat dieses System einen großen Einfluss auf unser vegetatives, unbewusst wirkendes Nervensystem.

Was passiert mit den Faszien bei einseitiger Belastung und ohne spezielles Training?

Faszien bestehen zum Großteil aus Kollagenfasern Typ 1, welche sich sehr widerstandsfähig gestalten und eine geringe Elastizität aufweisen. Das dazwischen eingelagerte Protein Elastin sorgt für die erforderliche Elastizität. Des Weiteren werden diese Fasern von einer wässrigen Grundsubstanz umschwemmt.

Durch einseitige Belastung und unzureichende Bewegung, wie beispielsweise durch Büroarbeit, kommt es zu einem Verlust von Hyaluronsäure und Wasser im Gewebe. Die Elastizität der Faszie nimmt dadurch ab. Zwischen den angenäherten Fasern kann es zu Querverbindungen, den sogenannten "Crosslinks" kommen, wodurch die Faszien verkleben. Häufig resultieren daraus Verletzungen nach wenig anspruchsvollen Bewegungen wie beispielsweise dem Bücken nach einem Stift. Man kann diese Entwicklung mit dem Sprödewerden eines Gummibandes vergleichen, welches bei Nichtgebrauch seine Elastizität verliert und leichter reißt.

Wie bereits erwähnt, hat auch das vegetative Nervensystem Einfluss auf unsere Gewebespannung. So ist immer häufiger zu beobachten, dass innere Gelassenheit die Spannung faszialer Strukturen reduziert. Stress kann hingegen zu einer deutlichen Erhöhung (Tonuserhöhung) der Gewebespannung führen, was bei längerem Andauern dieses Zustands unwillkürliche körperliche Beschwerden mit sich bringt und die Verletzungsanfälligkeit stark erhöht.

Zusätzlich können Verletzungen, welche bereits einige Jahre zurückliegen, aufgrund der Vernetzung des Fasziensystems zu Beschwerden in einer für den Laien nicht ersichtlichen Körperregion führen. Ein Beispiel hierfür ist eine einfache Knöchelverletzung, welche in manchen Fällen ohne Korrektur eines Therapeuten über die fasziale Verkettung zu Lendenwirbelsäulenschmerzen oder einer Beckenfehlstellung führen kann.

Was kann man dagegen tun?

Um eine gute Beweglichkeit des Körpers zu gewährleisten und die Verletzungsanfälligkeit zu reduzieren, können spezielle Übungen helfen. Schon wenige Minuten am Tag in einer Häufigkeit von circa zwei- bis dreimal pro Woche mit Bewegungen, welche die komplette Bewegungsamplitude des jeweiligen Gelenks ausreizen, sowie federnden Bewegungen können Ihre Faszien auf lange Frist deutlich stärken.

Werden Sinneszellen der Faszien zum Beispiel durch Dehnübungen, Faszienstriche eines Therapeuten oder Druck stimuliert, verändert sich die Spannung des Gewebes und die Durchblutung der umliegenden Gefäße steigt stark an.

Durch präventives Training können Beschwerden vermieden werden.

Bei schon bestehenden Symptomen kann ein speziell ausgebildeter Physiotherapeut mit einer individuell auf Sie abgestimmten Behandlung positiv Einfluss nehmen. Lassen Sie sich hierfür am besten von einem Experten beraten.



Physiotherapeut Markus Frank

Physiotherapeut Markus Frank

Beschreibung

Physiotherapeut und Heilpraktiker

  • Manuelle Therapie und Krankengymnastik
  • Lymphdrainage
  • Faszientherapie und Massage
  • Sportphysiotherapie
  • Nerven- und Gefäßmanipulation,

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Telefon 0871 14352177

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