Von Dr. Susanne Müller-Egloff — Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Für ein sicheres Gefühl in der Schwangerschaft

Waren Schwangere früher wie selbstverständlich "guter Hoffnung", steht heute oftmals die Sorge werdender Mütter im Vordergrund der Schwangerschaftsbetreuung. Vorgeburtliche Untersuchungen können zweifelnden Eltern viele Fragen über die Gesundheit des Kindes beantworten und eine gewisse Sicherheit bieten.

Kritiker warnen allerdings vor der "Illusion der Garantie auf ein gesundes Kind". Denn die kann es natürlich niemals geben - nur den Versuch, bestimmte Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen - um dann Schwangerschaftsbetreuung und Geburtsplanung danach auszurichten oder schlimmstenfalls die Möglichkeit eines Abbruchs frühzeitig zu erwägen. Daneben steht das "Recht auf Nichtwissen", insbesondere, wenn die medizinische Konsequenz der Schwangerschaftsbeendigung für die Patientin nicht in Frage kommt. Folgende Untersuchungen stehen zur Überlegung an:

Von Dr. Susanne Müller-Egloff - Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Die Screeninguntersuchungen nach der Mutterschaftsrichtlinie

Die Richtlinien empfehlen drei sonographische Screeninguntersuchungen - um die jeweils 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche. Diese "Screenings" dienen der Kontrolle des kindlichen Gedeihens und der mütterlichen Gesundheit. Wenn die Mutter es wünscht, kann bei der Untersuchung auch eine Fehlbildungsdiagnostik erfolgen. Weitere Ultraschallkontrollen werden individuell im Verlauf der Schwangerschaft festgelegt - wenn nötig, verfügbar oder gewünscht auch 3D- beziehungsweise 4D-Aufnahmen.

Screening auf fetale Chromosomenstörungen im mütterlichen Blut / Nicht-invasives Pränatalscreening (NIPS)

Seit wenigen Jahren ist es möglich, Bruchstücke kindlicher Gene im mütterlichen Blut zu isolieren. Schon ab der 10. Woche lassen sich so die häufigsten fetalen Chromosomenstörungen mit relativ hoher Sicherheit ausschließen, ohne die Schwangerschaft zu gefährden.

Dies gilt insbesondere für die Trisomie 21, aber auch für die Trisomien 13 und 18 sowie die Geschlechtschromosomen. Weil diese Diagnostik aber nur einen sehr kleinen Anteil der vorgeburtlich erkennbaren Fehlbildungen abbildet, sollte sie nur gemeinsam mit ausführlichen Ultraschalluntersuchungen (ETS) eingesetzt werden.

Nackentransparenzscreening

Dieses Verfahren, NT-Screening oder Ersttrimester (ETS) -Screening genannt, ist seit vielen Jahren etabliert. Aus Daten des mütterlichen Alters, einer Hormonanalyse und dem Messergebnis der Nackentransparenz wird zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche das Risiko für die häufigsten fetalen Chromosomenstörungen berechnet (Trisomie 13, 18 und 21). Der Vorteil der Methode liegt in der hochauflösenden Sonographie - denn gleichzeitig ist ein frühes Organscreening möglich, das auch andere Fehlbildungen ausschließen kann.

Bei einem unklaren Ergebnis wird gegebenenfalls zu NIPS, bei einem deutlich auffälligen Ergebnis zu einer CVS geraten. Wenn gewünscht, kann zudem das Risiko einer später drohenden Schwangerschaftsvergiftung berechnet werden.

Invasive Pränataldiagnostik

Invasive Diagnostik gilt als "Gold Standard", um genetisch oder entzündlich bedingte fetale Erkrankungen nachzuweisen - geht aber mit einem leicht erhöhten Risiko des Schwangerschaftsverlusts einher.

Patientinnen, die dieses Risiko nicht eingehen wollen, müssen daher genau überlegen - denn im Zweifel können unklare Ergebnisse aller "nicht-invasiven" Tests nur durch eines dieser Verfahren weiter abgeklärt werden. Durch einen relativ schmerzlosen Einstich über die Bauchdecke der Mutter werden Zellen des Mutterkuchens oder Fruchtwasser entnommen.

Die Mutterkuchenpunktion (CVS oder Chorionzottenbiopsie) ist ab der 12. Schwangerschaftswoche, die Fruchtwasserpunktion (AC oder Amniozentese) ab der 15. Schwangerschaftswoche möglich. Erste Ergebnisse liegen binnen 1-2 Tagen, endgültige Ergebnisse nach 2-3 Wochen vor.

Jede werdende Mutter sollte sich zu den Möglichkeiten und Grenzen dieser Methoden ausführlich beraten lassen. Denn nur so lässt sich ein Behandlungsplan festlegen, der sie beruhigt und zu ihren Vorstellungen passt - mit dem Ziel, den kommenden Monaten weiter mit Hoffnung und Zuversicht entgegenzublicken.



Frauenarztpraxis Dr. Susanne Müller-Egloff Gynäkologie und Geburtshilfe Schlosspalais

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Gynäkologie
  • Schwangerschaftsbetreuung
  • 3D-/4D-Ultraschalldiagnostik
  • Erweiterte Krebsvorsorge / Nachsorge
  • Abklärung aller gynäkologischer Akutbeschwerden
  • Risikoschwangerschaftsüberwachung

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