Von Andreas Pietsch, Facharzt für Allgemeinmedizin, Taucherarzt (Diplom IIa) der GTÜM
Die Tauchmedizin: Vorsorge, Diagnose und Behandlung

Die Tauchmedizin beschäftigt sich mit der Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Unfällen und Schäden, die durch das Tauchen unter Wasser entstehen. In Deutschland ist die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) die anerkannte medizinische Fachgesellschaft. Sie erstellt auch die gültige Leitlinie "Tauchunfall".

In den letzten Jahrzehnten ist Tauchen weltweit zu einer immer beliebteren Freizeitsportart geworden. Was anfangs noch eine Disziplin von trainierten 20- bis 30-jährigen Sportlern war, ist heutzutage ein Breitensport für Untrainierte im Alter zwischen 10 und 80 Jahren jeglichen Geschlechts. Das Risiko für Tauchunfälle steigt mit dem Alter, Vorerkrankungen und dem Übergewicht an. Bei jungen Tauchern spielt auch die körperliche und geistige Entwicklung eine wichtige Rolle. Eine besondere Rolle spielt das Apnoetauchen, das Freitauchen ohne Sauerstoffflasche. Hier handelt es sich um eine Sportdisziplin, die ein entsprechendes Training und Gesundheitszustand verlangt.

Der Tauchsport, sowohl als Gerätetauchen oder Apnoetauchen, birgt im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten ein höheres Risiko zu lebensbedrohlichen Unfällen. Die Behandlung von schwereren druckbedingten Verletzungen wie der Dekompressionskrankheit bedarf einer Behandlung in einer Druckkammer. Diese ist sehr kostenintensiv und im Falle Deutschlands auch nicht mehr flächendeckend gewährleistet. Aktuell sind von insgesamt 29 gelisteten Kammern nur noch acht mit uneingeschränkter Bereitschaft vorhanden. Die Kosten einer mehrstündigen Therapiesitzung belaufen sich im vierstelligen Euro-Bereich. Eine Behandlung in einer Druckkammer ist, insbesondere bei ambulanten Behandlungen, nicht von der gesetzlichen Krankenkasse gedeckt; ohne eine entsprechende Unfallversicherung kann der verunfallte Taucher auf den Kosten sitzen bleiben. Im Ausland wird man schnell mit horrenden Vorauszahlungen konfrontiert.

Laut dem Bericht der VDST (Verband Deutscher Sporttaucher) ist die Mehrzahl tödlicher Tauchunfälle durch Regelverstöße gegen die Tauchempfehlungen und durch Vorerkrankungen und Risikofaktoren verursacht. Hier könnten durch Ausbildung und medizinische Vorsorgeuntersuchungen die Zahl schwerer Tauchunfälle deutlich gesenkt oder gar vermieden werden.

Die für Deutschland zuständige Fachgesellschaft empfiehlt deshalb Vorsorgeuntersuchungen im Drei-Jahres-Abstand und bei Tauchern mit höherem Risiko (Kinder, Personen älter als 40 Jahre) eine jährliche Untersuchung. Inhalt der Vorsorgeuntersuchung ist unter anderem Überprüfung des Hals-Nasen-Ohrenbereiches, der Lunge und des Kreislaufsystems. Im Gespräch werden Gründe, bei denen unter anderem auch das Tauchen komplett unterlassen werden sollte, wie zum Beispiel auch Schwangerschaft, hinterfragt. Bei einigen Vorerkrankungen, die früher gegen das Tauchen sprachen, gibt es mittlerweile Möglichkeiten, das Tauchen mit Einschränkungen zu ermöglichen. Erkrankungen wie Diabetes, Übergewicht und Lungenerkrankungen müssen besonders eingehend besprochen werden, um hier eine Tauchtauglichkeit zu beurteilen.

Andreas Pietsch, Facharzt für Allgemeinmedizin (2 Einträge)

 


Allgemeinmedizin Pleyer Pietsch

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