Von Oswald Zimmer, Rechtsanwalt und Mediator
Konfliktlösung ohne Gewinner und Verlierer

Glückliche Emotionen und juristisches Recht gehen selten Hand in Hand. Paragrafen sind in den seltensten Fällen dafür gemacht, um eine gerichtliche Auseinandersetzung zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu beenden. Bei Scheidungen und Trennungen, insbesondere wenn Kinder involviert sind, kann dies problematisch sein - dann, wenn Mutter oder Vater glauben, ungerecht behandelt worden zu sein. Denn dies ist eine schlechte Basis für ein gelingendes Miteinander in der Zukunft. Es braucht insbesondere Rahmenbedingungen, in denen verletzte Gefühle und Enttäuschungen der Vergangenheit in ein neues Licht gerückt werden, damit das Wohl des Kindes nicht gefährdet ist. Es braucht Lösungen, mit denen alle Beteiligten gut leben können, ein gerichtliches Urteil vermag dies selten zu erreichen.

Beste Chancen durch Mediation

Diese Problematik hat auch der Gesetzgeber erkannt und gehandelt: Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit der Mediation als sinnvolle Vorstufe zur gerichtlichen Scheidung. Finden Eheleute durch Vermittlung eines Mediators eine eigene Regelung für ihre Trennung und Scheidung, sparen sie Nerven, Zeit und Geld. Und ihren Kindern können sie sagen: "Wir haben uns geeinigt, auch wenn wir uns trennen." Speziell in der Familienmediation geht es darum, Lösungsansätze aufzuzeigen, auf welche die beteiligten Personen nicht von alleine gekommen wären - weil ihre Sichtweisen zu sehr "Ich-bezogen" sind und eine ehrliche Herangehensweise bewusst oder unbewusst blockiert wird.

Besser reden als anklagen

Das Gespräch ist zentrales Element der Mediation. Dem Mediator kommt dabei die besondere Rolle des Vermittlers zu, denn dort, wo es beide Parteien nicht mehr schaffen, alleine eine Lösung herbeizuführen, ist es notwendig, neue Türen aufzumachen, neue Sichtweisen zu eröffnen. Dies gilt jedoch nicht nur für Familienmediation, sondern generell bei Streitigkeiten. Denn das Verfahren der Mediation findet in unterschiedlichen Feldern Anwendung. Überall, wo ein Betrachten der Situation aus einem anderen Blickwinkel als dem eigenen zu besseren Lösungen führt und ein teures Gerichtsverfahren umgeht, wirken Mediatoren. Bei Erbschaftsstreitigkeiten kann Mediation die für alle beste Lösung aufzeigen, zwischen Unternehmen kann das Verfahren Probleme bei Übernahmen und Kooperationen vor einem Gerichtstermin lösen.

Moderne, wirksame Methode

Eine Mediation ist wesentlich mehr als lediglich gemeinsames Unterhalten, sie ist eine moderne, sehr wirksame Methode zur Beilegung von Konflikten, ohne streitige Auseinandersetzung vor Gericht. Die Parteien selbst entwickeln unter der Leitung des Mediators in einem strukturierten, vertraulichen Verfahren zukunftsorientierte Lösungen für ihren Konflikt. Der Mediator agiert dabei nicht als Richter und trifft Entscheidungen über die Köpfe der Beteiligten hinweg, vielmehr nimmt der Mediator die Rolle des neutralen Vermittlers ein, der die Parteien zielgerichtet durch das Verfahren führt. In seiner Verantwortung liegen Aufbau von Vertrauen, faire Kommunikation und Stärkung der Einigungskräfte der Parteien. Aufgrund seiner Sachkenntnis steht der Mediator beratend und untersützend zur Verfügung.

Mediation braucht klare Regeln

In der Mediation werden alle konfliktbestimmenden Umstände berücksichtigt, individuell herausgearbeitet werden die Bedürfnisse und Wünsche der Parteien, im Fokus allen Bemühens steht ein fairer Interessenausgleich. Um dies zu erreichen, wird weniger die Vergangenheit - also der Auslöser für Streitigkeiten - betrachtet, sondern die Gegenwart und Zukunft. Ziel der Mediation ist eine Einigung, die die volle Zustimmung beider Seiten findet. Formal findet diese Zustimmung ihre Vollendung in einer beiderseits verpflichtenden, rechtsverbindlichen Vereinbarung zur endgültigen Beilegung des Konflikts.

Ausbildung des Mediators

Eine qualifizierte Ausbildung ist Grundlage für die professionelle Durchführung von Mediationsverfahren. Um adäquat Vermittler zwischen (Streit)Parteien zu sein, ist es notwendig, vielfältiges Wissen zu erlangen, unter anderem das Recht in der Mediation, Gesprächs- und Interventionstechniken, Theorie und Praxis unterschiedlicher Mediationsansätze, Supervision, eigene Konfliktanalyse und Selbstverständnis für Mediation.

Einsatzbereiche der Mediation

Das Verfahren der Mediation kann in allen Bereichen der Gesellschaft eingesetzt werden, immerhin treten Konflikte überall auf: in der Familie, in der Arbeitswelt, im Schulbereich, im Gesundheitswesen, im Gemeinweisen, zwischen Generationen, im Bauwesen und vielem mehr.
Besonders häufig kommt Mediation bei Problemen in Familie und Partnerschaft zum Einsatz, etwa bei Konflikten von Paaren in Trennung und Scheidung, bei Paaren und Familien, die ihr Zusammenleben klären wollen, bei schwierigen Verhältnissen in Patchworkfamilien oder bei der Kommunikation zwischen leiblichen Eltern und Adoptiv-/Pflegefamilien. Jeder Bereich hat seine besonderen Spezifika, die auch in der Konfliktbearbeitung eine Rolle spielen.



Oswald Zimmer

Oswald Zimmer

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Rechtsanwalt und Mediator
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