Revitalisierung am Bahnhof Abensberg, Flur-Nr. 1300/22 und 1300/139 Von (Dipl.Ing./MSc) Ulla Basqué
Nutzungskonzept „Gleisgrün“ nach dem Motto „Think global, act social“

Architektur beinhaltet eine soziale Verantwortung, denn Architektur ist in der Lage, nicht nur Schutz vor der Witterung und Lebensraum zu gewähren, sondern auch die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Ein Gebäude kann heute viel mehr als ein Ort der Geborgenheit, ein Zuhause zu sein. Bestenfalls kann es die von den Bewohnern benötigte Energie nahezu selbst erwirtschaften, sozial vernetzen und ganz nebenbei die E-Bikes oder E-Fahrzeuge der Nutzer mit selbst erzeugtem Solarstrom versorgen. Das Prinzip der Plus-Energiehäuser geht damit über die reine Einsparung von Energie durch Dämmung und effiziente Technik im Effizienzhaus oder Passivhaus hinaus und nutzt innovative Technologie zur Stromerzeugung und -speicherung sowie zur Wärmerückgewinnung.

Unsere Luft ist zunehmend stärker mit Schadstoffen belastet. Hier haben Forschung und Industrie Wege entdeckt, mit der gebauten Umwelt die Umgebungsluft von Schadstoffen zu säubern. Photokatalytische Farben oder Baustoffe wandeln beispielsweise Schadstoffe in unbedenkliche Stoffe um. Wieder verstärkt genutzt werden Pflanzen zur Luftreinhaltung. Gebäude bieten ihren Bewohnern nicht nur einen Ort der Erholung, sondern mit einem Nutzgarten darüber hinaus auch die Möglichkeit der Selbstversorgung. Die Energie für den eigenen Verbrauch weitgehend selbst zu produzieren, das ist der neue Ansatz von nachhaltiger und innovativer Architektur vor dem Hintergrund schier nicht zu bewältigender Umweltprobleme.

Dem Leitspruch Erich Kästners "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" verpflichtet, möchte die Familienstiftung Rockermeier als Investor mit dem Projekt "Gleisgrün" die Welt ein bisschen sinnvoller machen. So ist geplant, ab dem Jahr 2019 eine Brachfläche, die sich in Abensberg direkt neben dem Bahnhof befindet, unter den oben genannten Prämissen zukunftsweisend zu revitalisieren.

Innerstädtischer Wohnraum statt Brache

Das rund 3500 Quadratmeter große Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Abensberger Bahnhof war früher im Besitz der Eisenbahngesellschaft, die das 1954 errichtete Bestandsgebäude als Werkstatt nutzte. Im Flächennutzungsplan wurde das Gebiet bisher als Grünland bezeichnet. Nun entwickelte die Stiftung gemeinsam mit Dipl.Ing./MSc Ulla Basqué ein Konzept zur Revitalisierung der innerstädtischen Brache.

Dem Nutzungskonzept liegt die Idee der Stadtreparatur zugrunde. Hier wird ein Lückenschluss als nachverdichtende Ortsabrundung mit sozialem Wohnungsbau in städtischem Charakter entwickelt. So soll das derzeit brachliegende Grundstück zukünftig Ankommende in Abensberg repräsentativ begrüßen: die geplante vertikale Begrünung der Gebäude symbolisiert zudem Abensbergs Bedeutung für die Hopfen- und Spargelkultur.

Öffentliche E-Bike Parkplätze mit Ladestation

Im Anschluss an das Grundstück der Bahn sind Parkplätze für Behinderte sowie Abstellplätze für Fahrräder und E-Bikes angedacht.

Sozialer Wohnungsbau mit etwa 24 Wohnungen

Die Familienstiftung Rockermeier beabsichtigt 90 Prozent der Wohnfläche aus sozial gefördertem Wohnungsbau barrierefrei zu errichten. Mit der Regierung von Niederbayern wurden bereits intensive Abstimmungsgespräche geführt. Der Abensberger Bürgermeister Dr. Uwe Brandl und der Stadtrat sind von dem Projekt begeistert und dankbar für diese Investition, die die städtische Lücke schließt und das Gebiet nutzbar macht.

Die Traufhöhe der Neubauten bleibt mit maximal 13 Metern deutlich unter der Traufhöhe des Abensberger Bahnhofs und bewahrt somit dessen Stellung als quartiersprägendes Element. Überdies ist das dritte Obergeschoss als Staffelgeschoss so weit eingerückt, dass die Gebäude von unten nochmals weniger hoch erscheinen. Die Lage der Gebäude im Grundriss orientiert sich an der nachbarlichen Bebauung.

Die Häuser werden jeweils mit einer Tiefgarage ausgestattet, alle Wohnungen barrierefrei mit Terrasse oder Balkon.

Vorentwurfs-Planung (Stand 5/2018)
Innovative Technik

Es ist beabsichtigt, die begrünten Flachdächer mit Photovoltaik (rund 80 kWp Leistung) so auszustatten, dass die Paneele von unten nicht gesehen werden. Darüber hinaus ist die Energie-Nahversorgung mit einer Brennstoffzelle und einer Wärmepumpenanlage angedacht.

Begrünte Retentionsdächer, versickerungsfähige Fahr- und Parkflächen sowie Sickerschächte sollen das Regenwasser nach einer Filterung für die Bewässerung der Grünflächen nutzbar machen. Ein weiterer gewünschter Effekt ist, dass das Kanalsystem der Stadt so bei Starkregenereignissen weniger belastet wird.

Grün in der Stadt - für eine lebenswerte Zukunft

Die Planungen von Ulla Basqué zielen auf eine durchgängige Begrünung der Freiflächen. Zwischen den Häusern soll ein großer gemeinschaftlicher Nutzgarten entstehen, an dem jedes Haus einen entsprechenden Anteil erhält und der von den Bewohnern bewirtschaftet werden kann. Die Fassadenbegrünung ist als bodennaher Bewuchs gedacht, der - ähnlich zum landschaftsprägenden Hopfen - an Stahlseilen und Rankgittern für eine naturnahe Gestaltung sorgen wird. Die indirekte Kühlhaltung der dahinterliegenden Fassade im Sommer ist für die Nutzer ein weiterer Pluspunkt.

Die Gründe, Pflanzen in der Stadt verstärkt in der architektonischen Planung einzubeziehen, sind vielfältig: Stadtgrün reguliert die Temperatur, reinigt die Luft und wirkt sich damit positiv auf das Stadtklima und auf die Gesundheit aus. Es bietet Lebensraum für Flora und Fauna und unterstützt die biologische Vielfalt in der Stadt. Da immer mehr Menschen in unseren Städten leben wollen und leben werden, nimmt die Bedeutung einer "Grünen Infrastruktur" zu. Sie steigert die Wohnqualität, fördert Freizeit, Sport und Erholung und kann damit den sozialen Zusammenhalt und die gesellschaftliche Teilhabe stärken.

Basqué Et Partner (3 Einträge)

 


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